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Studie überprüft Vorsorge für Gebärmutterhalskrebs

27.05.2003


Die Ergebnisse nationaler und internationaler Studien sind heute eindeutig: Die Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs kann durch moderne Methoden erheblich verbessert werden.

Im Mai wurde im "British Journal of Cancer" eine Studie des Universitätsklinikums Tübingen und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie weiterer Zentren über die Routine-Vorsorge in Deutschland veröffentlicht. Insgesamt 8.466 Frauen aus Hannover und Tübingen nahmen an der Studie teil. Unter Alltagsbedingungen wurde die derzeitige Praxis - der Vorsorge-Routineabstrich (PAP-Abstrich) - mit der Anwendung eines so genannten HPV-Tests verglichen. Infektionen mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV) sind verantwortlich für die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses und heute durch einen DNA-Test nachweisbar. Alarmierendes Ergebnis dieser neuen Studie: Der Routine-Test (PAP-Abstrich) stellt nicht einmal die Hälfte aller echten Vorstufen des Karzinoms fest. Dagegen liefert der HPV-Test Sicherheit: Weist er keine Papillomaviren nach, kann eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden, selbst wenn der Routine-Abstrich ein anderes Ergebnis aufweist.

Die Krebsvorsorge in Deutschland verlässt sich seit 1971 ausschließlich auf den PAP-Abstrich. Der Abstrich hat zwar große Verdienste daran, dass die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen und Todesfälle in den letzten Jahrzehnten fast halbiert werden konnte. Allerdings ist die Methode heute ausgereizt: Neuerkrankungen und Todesfälle stagnieren auf dem Niveau von 1990. Jedes Jahr erkranken 7000 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, 2600 versterben. Zur Verbesserung der Situation benötigen wir auch in Deutschland die Einführung des DNAPAP in die Screening-Praxis für die Frau ab 30. Derzeit kommt selbst bei bereits diagnostizierten leichten Zellveränderungen und nach vorausgegangener Therapie nur jede vierte Frau in Deutschland in den Genuss eines indizierten HPV-Tests. Unverständlich, da das letzte Audit des "European Institute of Women’s Health" im April 2003 feststellte, dass sich Deutschland sowohl bei der Inzidenz als auch bei der Sterberate bei Gebärmutterhalskrebs innerhalb der Europäischen Union im oberen Drittel befindet.

In den USA wurde im April 2003 von der Gesundheitsbehörde (FDA) für die Frau ab 30 Jahren ein DNAPAP für das primäre Screening bei Gebärmutterhalskrebs zugelassen. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus dem routinemäßigen PAP-Abstrich und einem HC2 HPV- Test. Ist dieser kombinierte Test negativ, können Frau und Arzt zu fast 100 Prozent sicher sein, dass sich in den nächsten fünf Jahren kein Gebärmutterhalskrebs entwickelt. "Der HPV-Test könnte die Vorsorge in Deutschland wesentlich effektiver machen, wenn man ihn bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr einsetzt", erklärte der Privatdozent Dr. med. K.-Ulrich Petry von der Medizinischen Hochschule in Hannover.

Dr. Werner Bauch | MasterMedia GmbH

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