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Hilfe für Herzpatienten - weniger Bypass-Operationen durch neues Modellvorhaben

23.05.2003


Werden in Zukunft weniger Bypass-Operationen erforderlich sein? Dieser Frage geht ein neues Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse (TK) nach, für das heute in Hamburg der Startschuss fiel.



"Wir wollen innerhalb von zwei Jahren in einer wissenschaftlichen Untersuchung herausfinden, ob sich mit einer neuen Behandlungsmethode so genannte Re-Stenosen und damit erforderliche erneute Eingriffe oder Bypässe vermeiden lassen", sagte Dr. Christoph Straub, Mitglied des TK-Vorstandes. Im Mittelpunkt steht ein neuartiges Drahtgeflecht, das den erneuten Gefäßverschluss verhindert. "Da wir großen Wert auf eine hohe Versorgungsqualität legen, arbeiten wir in dem Modellvorhaben mit speziell qualifizierten und erfahrenen Krankenhäusern zusammen." Erster Partner ist die LBK Hamburg-Herzklinik in Hamburg. Deren Vorstandssprecher Professor Heinz Lohmann lobte das Konzept: "Mit der Techniker Krankenkasse und der LBK Hamburg-Herzklinik tun sich hier innovative Partner zusammen, um das Beste für die Patienten und die Versicherten zu erreichen. Dieses Modellvorhaben wird bundesweit Zeichen setzen."

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Die TK-Patienten profitieren von einer modernen Therapiemethode, der großen Erfahrung der LBK-Experten und damit einer Behandlungsqualität auf höchstem Niveau. Die TK spart die Kosten für erneute Eingriffe aufgrund wieder verengter Gefäße. Der LBK Hamburg und seine Mitarbeiter profitieren von der Möglichkeit, mehr Patienten behandeln zu können und diese hochqualifizierte Arbeit auch bezahlt zu bekommen.

Fast 200.000 Patienten unterziehen sich in Deutschland jedes Jahr einer so genannten Ballon-Dilatation. Dabei erweitern die Ärzte verengte Herzkranz-Gefäße über einen Herzkatheter mit einem Ballon. Obwohl die Methode inzwischen zum medizinischen Standard gehört, ist die Re-Stenose-Rate hoch: Bei 25 bis 30 Prozent der Patienten verengt sich das Gefäß erneut, auch wenn zuvor ein Drahtgeflecht (Stent) implantiert wurde. Dann muss das Gefäß erneut aufgedehnt und bestrahlt werden, oft ist eine Bypass-Operation unumgänglich.

Kern der neuen Behandlungsmethode ist ein neuartiger, beschichteter Stent, der in das betroffene Gefäß eingesetzt wird. Er enthält ein Medikament, das über mehrere Wochen hinweg an Ort und Stelle wirkt. Auf diese Weise soll die unerwünschte Wucherung von Zellen und damit die Re-Stenose vermieden werden. "Nach bisherigen Erkenntnissen senken die medikamentenbeschichteten Stents die Re-Stenoserate, verhindern erneute Kathetereingriffe und erhöhen so die Lebensqualität der Patienten", sagte der Kardiologe Dr. Fabian Stahl von der LBK Hamburg-Herzklinik. "In diesem Modellvorhaben können Patienten innovativ behandelt werden, und die Kosten für die Versichertengemeinschaft werden langfristig reduziert, auch wenn der verwendete Stent zunächst einmal teurer ist."

Angelegt ist das Modellvorhaben auf die Dauer von zwei Jahren. Es ist vorgesehen, dass sich bundesweit 25 bis 30 speziell qualifizierte Kliniken beteiligen und bis zu 1.100 Patienten mit der neuen Methode behandeln.

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie des Universitätsklinikums Charité in Berlin. Die Berliner Wissenschaftler werten aus, ob sich die Rate der für die Patienten belastenden Bypass-Operationen senken lässt und prüfen darüber hinaus, inwieweit sich bei besserer Behandlungsqualität die Kosten reduzieren.

Dorothee Meusch | Techniker Krankenkasse
Weitere Informationen:
http://www.tk-online.de

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