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Hongkonger Forscher: Aids-Medikament ist Schlüssel zu SARS

12.05.2003


Synthetische Peptide schützen Zellen vor Infektion



Medikamente, die derzeit zur Behandlung von Aids eingesetzt werden, könnten sich auch zur Behandlung von SARS eignen. Diese Behauptung stellt eine Forschergruppe der Universität von Hongkong gemeinsam mit dem Aids-Experten David Ho auf, nachdem sie entdeckte, dass das SARS-Virus offensichtlich ähnlich wie das Aids-Virus menschliche Zellen angreift. Als vielverprechend erweisen sich nach vorangegangenen Labortests an SARS-Virenproben synthetische Peptide. Die künstlich hergestellten und für das SARS-Coronavirus maßgeschneiderten Peptide schützten die Zellen vor einer Infektion. Sie sollen nun an Tieren getestet werden.



"Das SARS-Virus teilt mit dem HIV-Virus einige Merkmale", zitiert die Online-Ausgabe des Hongkong Standard den Mikrobiologen Malik Peiris von der Universität von Hongkong. Daher werde das bereits vorhandene Wissen über HIV den Kampf gegen das SARS-Virus unterstützen. Die Peptide sind aber nicht notwendiger Weise das Medikament für "heute oder den nächsten Monat", so Ho, wissenschaftlicher Leiter des Aaron Diamond Aids Research Centre in New York. Man sei aber mit den durch die Peptide erzielten Ergebnisse zweifellos zufrieden, obwohl man sich erst in der ersten Testphase befinde.

Hongkonger Ärzte behandeln SARS-Opfer bereits mit einem Medikamentencocktail aus dem antiviralen Medikament Ribavirin und Steroiden. Expertengruppen bezweifeln die Wirksamkeit der Behandlung. Der Cocktail soll neben Herz auch Lungen und Leber schädigen. Inzwischen wurde, wie die Regierung bekannt gegeben hat, die Behandlung modifiziert. Ribavirin wird zwar in der ersten Behandlungsphase weiterhin eingesetzt. In einigen Fällen wird aber nur der Proteasehemmer Kaletra bzw. Kaletra in Kombination mit Ribavirin eingesetzt. In der zweiten Phase setzt man vorwiegend auf Steroide, auch diese besitzen Nebenwirkungen. Die derzeit zur Diskussion stehenden Peptide zählen zu einer Gruppe von Aminosäuren, die im Aids-Medikament Fuzeon Einsatz finden. Sie haben den Nachteil, dass sie in der Herstellung teuer sind.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.thestandard.com.hk

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