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Erfolg von Nierentransplantation von Erbanlage bestimmt

30.04.2003


Ziel: Risikopatienten mit Bluttest ermitteln



Immunologen der haben im Immunsystem von Organempfängern einen engen Zusammenhang zwischen einer genetischen Abweichung und dem Langzeiterfolg transplantierter Nieren entdeckt. Bestätigen die Forscher die ersten Ergebnisse in weiteren, bereits laufenden Studien, könnten in Zukunft gefährdete Patienten frühzeitig mit einer entsprechend veränderten Medikamentenkombination behandelt werden. Es könnte möglich sein, genau jene Patienten zu erkennen, die ein erhöhtes Risiko für einen Organverlust besitzen, so der Laborleiter im Institut für Immunologie Michael Müller-Steinhardt.



Dass transplantierte Nieren häufig abgestoßen werden, liegt laut Forschern in der strukturellen Veränderung des körpereigenen Botenstoffes Interleukin 6 (IL 6). Interleukin 6 steuert neben anderen Botenstoffen die Immunabwehr des Körpers. Eine solche genetische Abweichung (Polymorphismus) sei zwar nichts Ungewöhnliches. Die Forscher vermuten aber, dass die genetischen Variationen im Erbgut von IL 6 das erhöhte Risiko für einen Organverlust begründen.

Dies belegt auch eine Untersuchung von 158 Patienten, denen zwischen 1982 und 1998 im Transplantationszentrum der Uni eine neue Niere verplanzt wurde. Patienten mit der genetischen Abweichung waren drei Jahre nach der Operation deutlich häufiger von einer Organabstoßung betroffen. Nur noch etwas mehr als zwei Drittel der Spendernieren waren funktionsfähig. War die IL-6-Struktur normal, verrichten fast 90 Prozent der übertragenen Nieren noch ihren Dienst.

Welche Bedeutung die Forschungen für Nierenpatienten künftig haben werden, ist heute noch nicht genau abzusehen. "Theoretisch eignet sich die Methode sehr gut als Testverfahren", erklärt Mülller-Steinhardt. So könne schon vor der Transplantation eine genetische Abweichung und ein höheres Risiko für einen frühzeitigen Organverlust festgestellt werden. Bevor ein derartiger Bluttest allerdings in der klinischen Praxis genutzt werden könnte, müsse man mehr über die funktionelle Bedeutung der genetischen Abweichungen erfahren und einen ursächlichen Zusammenhang zum Langzeitüberleben des Transplantats belegen. Fernes Ziel ist es den Lübeckern zufolge, weitere Risikofaktoren zu identifizieren, die Transplantationspatienten nach der Operation eine individualisierte, auf das persönliche Risiko abgestimmte Therapie ermöglichten.

Sandra Standhartinger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-luebeck.de

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