Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfacher Test für das Risiko einer Transplantatabstoßung entwickelt

25.03.2003


Wenn die Niere nach einer Transplantation versagt, liegt meist eine Abstoßung des Organs zugrunde. Bei welchem Patienten muss damit gerechnet werden ? Welcher bleibt davon verschont? Bislang war es unmöglich, eine Antwort auf diese Fragen zu geben. Nur bestimmte Antikörper, sogenannte "Panel Reactive Antibodies", gaben einen Hinweis auf eine frühe akute Abstoßungsgefahr, sind aber nicht bei allen Transplantatempfängern vorhanden. Das Risiko der chronischen Abstoßung versuchte man anhand einer Biopsie einzuschätzen, der Entnahme von Gewebestückchen aus dem Transplantat.



Wissenschaftler der Abteilung Transplantationsimmunologie am Universitätsklinikum Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Gerhard Opelz) haben jetzt eine einfache Methode entwickelt, mit deren Hilfe bereits vor der Transplantation festgestellt werden kann, ob ein Patient wahrscheinlich eine Abstoßung erleiden wird. Sie messen das im Blut zirkulierende lösliche Rezeptorprotein sCD30, das eine erhöhte Abstoßungswahrscheinlichkeit signalisiert.



"sCD30 gehört zu den Rezeptoren in der Zellwand von T-Immunzellen, die Zellhormone z.B. Zytokine produzieren. Nach Aktivierung der T-Zellen werden sie ins Blut abgegeben"; erklärt Privatdozent Dr. Caner Süsal. Einer Reihe von Erkrankungen wie Multiple Sklerose und AIDS gehen mit erhöhten sCD30 Spiegeln einher. Die Heidelberger Wissenschaftler untersuchten Blutproben von mehr als 3.900 Patienten, die im Rahmen der internationalen Transplantationsstudie CTS zur Verfügung standen und verglichen die Ergebnisse mit der Transplantatfunktion nach fünf Jahren. 901 Patienten mit hohem sCD30 Spiegel zeigten eine niedrigere Funktionsrate (64 Prozent) als 2998 Patienten mit einem niedrigen sCD30 (75 Prozent).

Risikoabschätzung erlaubt Anpassung der immunsuppressiven Therapie

"Patienten mit hohem sCD30 können in Zukunft vermutlich von vorneherein mit einer stärkeren Immunsuppression behandelt werden", erklärt Prof. Opelz. Der Erfolg der Transplantation könnte dadurch verbessert werden. Im Gegenzug könnten Patienten, deren Abstoßungsrisiko gering erscheint, niedrigere Dosen erhalten und damit geringeren Nebenwirkungen wie Infektionen oder Tumorentwicklung ausgesetzt werden.

Welche Bedeutung kommt sCD30 in der Frühphase nach der Transplantation zu? Gemeinsam mit dem Leiter der Sektion Nierentransplantation, Prof. Dr. Manfred Wiesel, untersuchten die Heidelberger Wissenschaftler, die sCD30 Spiegel bei 56 Patienten in den ersten Tagen nach der Transplantation. War dieser erhöht, so stellten sich eher Komplikationen ein. Eine drohende Abstoßung ließ sich bereits mehrere Tage früher erkennen als durch eine Nierenbiopsie. Dieses Ergebnis wird zur Zeit in einer großen multizentrischen Studie im Rahmen der Heidelberger CTS überprüft, der "Collaborative Transplant Study, die mehr als 250.000 Datensätze von Transplantationen umfasst.

Dr. Annette Tuffs | idw

Weitere Berichte zu: CTS Multiple Sklerose Transplantation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte