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Premiere für Telemedizin-Einsatz auf Transkontinentalflug

07.03.2003


Lufthansa und DLR erproben Telemedizin an Bord einer Boeing 747-400



Noch bis Mitte April testet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erstmals ein Telemedizinsystem im Rahmen eines regulären Lufthansa-Transkontinentalflugs. An Bord einer Boeing 747-400 wird auf dem Flug von Frankfurt nach Washington unter realistischen Einsatzbedingungen ein satellitengestützter Datenlink getestet. Dieser übermittelt wichtige medizinische Parameter eines erkrankten Passagiers zur weiteren Diagnose und Therapiebestimmung an eine Bodenstation. Die Machbarkeitsstudie ist Teil von Lufthansa Flynet, das erstmals Breitband-Internet an Bord eines Linienflugzeugs ermöglicht.

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Laut einer Statistik der Lufthansa bildet die Gruppe mit einer Herz-Kreislauf-Störung den größten Anteil der medizinischen Zwischenfälle an Bord eines Flugzeugs. Für den Umgang mit einer daraus entstehenden Notfallsituation fehlt häufig ein ausreichend qualifizierter Mediziner an Bord und bislang auch ein entsprechend präzises Diagnosegerät. Bei dem jetzigen Test wird ein nur handkoffergroßes Diagnosegerät genutzt. Es ist überall an Bord einsetzbar und verfügt über ein autonome Energieversorgung. Das Gerät zeichnet die Werte wie arterielle Sauerstoffsättigung, EKG-Kurve, Herzfrequenz, Blutdruckwerte und Körpertemperatur auf und sendet sie via Flynet an eine kardiologisch ausgestattete Bodenstation. Dort können Fachärzte einem geschulten Mitglied der Kabinen-Crew bzw. einem an Bord befindlichen Arzt ohne die entsprechende Spezialausbildung beratend zur Seite stehen. Darüber hinaus kann der Flugkapitän bei der Entscheidung für eine eventuell notwendig werdende Zwischenlandung beraten werden.

Eine experimentelle Bodenstation befindet sich in der gegenwärtigen Testphase noch im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln. Im späteren operationellen Einsatz wird an professionelle Service Provider gedacht, die die Diagnosedaten empfangen und auswerten. Diese Daten könnten bei Bedarf auch dem jeweiligen Hausarzt des erkrankten Passagiers für die weitere Therapie zugänglich gemacht werden.

Sandra Standhartinger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

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