Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovatives Blutreinigungssystem "Künstliche Leber" entwickelt

19.02.2003


Unter dem Namen „Prometheus“ produziert die Biotec Systems Krems GmbH seit Mitte Oktober 2002 Adsorber für die von einem Wissenschaftler-Team an der Donau-Universität Krems entwickelte „Künstliche Leber“.


Diese kann bei akutem Leberversagen für einen begrenzten Zeitraum die Blut reinigende Funktion des Organs übernehmen. Schon im kommenden Jahr soll das Prometheus-System auf den Markt kommen. Die Biotec Systems Krems GmbH wurde 1999 als Spin-out Unternehmen gegründet und dient als Entwicklungs- und Fertigungsstätte der „Künstlichen Leber“.

Seit 1992 arbeitete ein Wissenschaftler-Team unter der Leitung des Physikers und Mediziners Prof. Dr. Dieter Falkenhagen im Zentrum für Biomedizinische Technologie der Donau-Universität Krems an dem innovativen Blutreinigungssystem. Seit kurzem ist die „Künstliche Leber“ CE-zertifiziert und kann somit in Serienproduktion gehen. Die wesentlichen Komponenten des Prometheus-Systems, die Kapseln mit dem Adsorbermaterial, werden von der 1999 gegründeten Biotec Systems Krems GmbH erzeugt. Das Spin-out-Unternehmen der Donau-Universität Krems ist als Partner des Regionalen Innovationszentrums NÖ-Nord am Standort des „Life Science Parks“ in Krems angesiedelt. In nur eineinhalb Jahren wurde hier eine der modernsten europäischen Fertigungsstätten für Medizinprodukte errichtet.


„Künstliche Leber“ entfernt Giftstoffe aus dem Blut

Im Falle von akutem Leberversagen treten innerhalb kürzester Zeit schwere Vergiftungserscheinungen auf. Die Adsorber, ein feinkörniges Polymergranulat, werden hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, Struktur und Oberflächenbeschaffenheit auf die zu entfernenden Giftstoffe optimiert. Das Besondere an der innovativen Methode: Die einzelnen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als einem Millimeter binden ausschließlich Giftstoffe und entfernen sie aus dem Blut, während die für den Organismus wichtigen Stoffe wie Zucker, Elektrolyte oder Hormone erhalten bleiben. Im Gegensatz zur herkömmlichen Nierendialyse können mit dem Prometheus-System auch wasserunlösliche Giftstoffe aus dem Blut entfernt werden. Diese einzigartige Methode ermöglicht den Patienten eine Regeneration der Leber oder aber eine Überbrückungszeit von maximal zehn Tagen, bis ein fremdes Spenderorgan eingesetzt werden kann.

Ab 2003 sollen jährlich 12.000 Adsorberkapseln produziert werden

Bei dem von Falkenhagen und seinem Team entwickelten Blutreinigungssystem muss zudem kein körperfremdes Transporteiweiß zugeführt werden, was in Bezug auf die Verträglichkeit für den Patienten von entscheidendem Vorteil ist. Dr. Christoph Weber, Geschäftsführer der Biotec Systems Krems GmbH und früherer Mitarbeiter am Zentrum für Biomedizinische Technologie der Donau-Universität Krems, plant den Markteintritt des Prometheus-Systems für das Jahr 2003. 12.000 Adsorberkapseln sollen jährlich produziert werden, den Vertrieb übernimmt die Firma Fresenius Medical Care AG in Deutschland, die auch maßgeblich an der Finanzierung der Forschung beteiligt war. Durch die Zusammenarbeit mit Fresenius, dem weltweiten Marktführer auf dem Gebiet der Nierendialyse, erhofft sich Biotec Systems Krems eine rasche Marktakzeptanz. Abhängig ist dies jedoch noch von der Frage der Finanzierung durch die Krankenkassen, zumal es sich bei Prometheus um ein völlig neues Verfahren handelt.

Innovation und Qualität sichert die Biotec Systems Krems GmbH durch die enge Zusammenarbeit mit weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Implementierung eines QM-Systems nach ISO 9001:2000 / ISO13485 garantiert die Herstellung zuverlässiger und qualitativ hochwertiger Produkte.

Pressestelle | Donau-Universität Krems
Weitere Informationen:
http://www.Innovatives-Oesterreich.at

Weitere Berichte zu: BioTec Blutreinigungssystem Giftstoff Prometheus-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten