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Neue Software erspart chirurgischen Eingriff

29.01.2003


Leipziger Wissenschaftler waren an der Entwicklung eines neuartigen Herzschrittmachersystems beteiligt, mit dem Patienten, die bereits einen Herzschrittmacher haben, eine erneute Operation erspart werden kann.



Am Universitätsklinikum Leipzig erhielten jetzt die ersten Patienten den neuartigen Herzschrittmacher. Neu daran ist, dass mittels eines speziellen Verfahrens lediglich die Software ausgestauscht wurde, dass Gerät selbst aber unverändert blieb. Der Patient kann so zum einen von den technischen Neuerungen des Herzschrittmachers profitieren und zum anderen von der Anpassung der Funktionsweise des Herzschrittmachers an das aktuelle, Veränderungen unterliegende Krankheitsgeschehen. Die komplette Software-Erneuerung kann während der normalen Routinekontrolle erfolgen, ist völlig schmerzfrei und dauert keine drei Minuten.

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Prof. Dr. Dietrich Pfeifer, Leiter der Abteilung Kardiologie an der Medizinischen Klinik I, und Dr. Annerose Neugebauer haben diesen ersten Eingriff in der Region Leipzig vorgenommen. "Der Softwareaustausch bringt für den Patienten mehr Sicherheit und Lebensqualität, ohne die Gefahren auf sich nehmen zu müssen, die jeder operative Eingriff mit sich bringt.", erklärt Prof. Pfeiffer. "Die Funktion des Herzschrittmachers kann so auf die ganz individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden, was es so bisher nicht gab." Das gesamte Herzschrittmacheraggregat muss nun erst nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden, wenn die Batterie verbraucht ist.

Herzschrittmacher werden in der Medizin dann eingesetzt, wenn das Herz nicht mehr im erforderlichen gleichmäßigen Rhythmus schlägt. Der Schrittmacher gibt elektrische Impulse ab, die die
Herztätigkeit stimulieren und rhythmisieren. Die modernen Geräte tun dies nur dann, wenn es erforderlich ist, also, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt, die das Gerät "erspürt". Zudem wird der Herzschlag an die konkrete Körperbelastung angepasst. In Ruhe verlangsamt er die Impulsgebung, bei Belastung sorgt er dafür, dass das Herz schneller schlägt.


weitere Informationen:
Prof. Dr. Dietrich Pfeiffer
Telefon: 0341 97 12 650
E-Mail: pfeifd@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw

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