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Wildlebende Vögel werden gegen West-Nile geimpft

27.11.2002


Kalifornien will Massensterben von Vogelarten verhindern.


kalifornischer Kondor (Gymnogyps californiacus)



Aufhalten konnte das West-Nile-Virus bisher niemand. Die Krankheit, die an der Ostküste der USA tausenden Vögeln das Leben gekostet hat, zieht immer weiter gegen Westen. Nun wollen die kalifornischen Umweltbehörden die wildlebende Kondorpopulation vor dem Virus retten, indem sie die Tiere impfen, berichtet die Los Angeles Times.

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Das von Moskitos verbreitete West-Nile-Virus hat nicht nur unter den Menschen Opfer gefordert. Bisher sind mehr als 4.000 Vögel in den USA an der Erkrankung verendet. Auch Zootiere sind von der Erkrankung nicht verschont geblieben. Flamingos, Pinguine, Eulen, Falken, Adler, Krähen und Wasservögel sind nach Angaben der Wissenschaftler besonders gefährdet. Im Los Angeles Zoo wurde bereits ein Drittel der kalifornischen Kondore (Gymnogyps californiacus) gegen das Virus geimpft. In den großen Zoos wie San Diego wird an einer Impfaktion für dortige Tiere gearbeitet. Auch in Boise, Idaho, wo eine große Falken-Zucht eingerichtet ist, werden die Raubvögel geimpft.

Der kalifornische Kondor zählt zu den am meisten gefährdeten Spezies im Westen der USA. Die Vögel stehen unter besonderem Schutz des US Fish and Wildlife Service. Nur knapp 200 freilebende Tiere sind den Behörden bekannt. Nach Angaben der Behörden vertragen die Vögel die Impfungen ohne große Nebeneffekte. Beim Vakzin handelt es sich um einen DNA-Impfstoff aus dem West-Nile-Virus. Dieser soll verhindern, dass die Tiere erkranken. Der Impfstoff wurde von einem Bio-Engineering-Unternehmen in North Dakota entwickelt.

Das West-Nile-Virus ist bisher in 41 Staaten der USA aufgetaucht. Die Behörden befürchten, dass im kommenden Frühling das Virus über die Rocky Mountains nach Kalifornien kommen könnte. Bisher gab es sechs Fälle der Erkrankung. Nach behördlichen Angaben hielten sich die Infizierten aber östlich der Rocky Mountains auf. Glück bei West-Nile haben lediglich Hühner und Spatzen. Sie scheinen für die Krankheit nicht empfänglich zu sein. Die Umweltbehörden warnen aber eindringlich vor einer möglichen Infektion der seltenen Kondore, da dies das endgültige Verschwinden der wildlebenden Tiere bedeuten könnte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.latimes.com
http://www.fws.gov

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