Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großgeräte für den neuen Blick in das Gehirn

18.10.2002


DFG fördert funktionelle Hochfeld-Magnetresonanztomographen - Fortschritt in der klinischen Forschung erwartet



Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der klinischen Forschung fünf funktionelle Hochfeld-Magnetresonanztomographen (fMRT) mit einer Magnetfeldstärke von 3.0 beziehungsweise 4.0 Tesla mit einer Gesamtsumme von 11 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.



Diese Geräte, die sich durch eine wesentlich höhere Feldstärke als gängige Magnetresonanztomographen auszeichnen, erlauben neben einer deutlich verbesserten anatomischen Darstellung in neuartiger Weise die Untersuchung der Funktionen insbesondere des Gehirns, aber auch anderer Organe (Herz und Lunge) sowie von Tumoren. Damit wird nicht nur eine neue technologische Ära auf diesem Gebiet eingeläutet, sondern verbindet sich ein hohes Forschungs- und Innovationspotenzial, da Stoffwechselvorgänge im Körper noch genauer und ohne Strahlenbelastung untersucht werden können. So erwarten Neurowissenschaftler zum Beispiel weiterführende Erkenntnisse über die Funktionsweise von bestimmten Hirnarealen und auf diesem Wege neue Einblicke in Krankheitsverläufe, zum Beispiel bei Tumor- oder Morbus Alzheimer-Erkrankungen.

Die aus ärztlichen Routineuntersuchungen bekannten Magnetresonanztomographen, die eine Ganzkörperuntersuchung erlauben, haben sich in den letzten Jahren als unverzichtbares bildgebendes Verfahren in der klinischen Diagnostik durchgesetzt. Die an den Universitätsklinika eingesetzten Geräte haben eine Feldstärke von bis zu 1,5 Tesla. Für die klinische Forschung hingegen versprechen Geräte neuester Bauart mit einer Feldstärke von mindestens 3 Tesla neue Forschungsmöglichkeiten.

Nach Ausschreibung der Großgeräteinitiative im Sommer 2000 gingen bei der DFG 21 Anträge mit einem Antragsvolumen von insgesamt 60 Mio. Euro ein. Sie wurden von einem in-ternationalen Gremium begutachtet, das den dringenden Bedarf an Hochfeld-Magnetresonanztomographen für die klinische Forschung in Deutschland unterstrich. Die Gutachter attestierten dem größeren Teil der Anträge ein hohes wissenschaftliches Niveau und formulierten eine eindeutig positive Stellungnahme zur Förderung von fünf Geräten. Die DFG bewilligte daraufhin mit der Gesamtsumme von 11 Mio. Euro die Anträge aus Frankfurt (Prof. Zanella u. a.), Berlin (Prof. Felix u. a.), Hamburg (Prof. Weiller u.a.), Jülich (Prof. Zilles u. a.) und Tübingen (Prof. Thier u. a.).

Am Forschungszentrum Jülich wird ein 4.0 Tesla-, an den Universitätsklinika ein 3.0 Tesla- Ganzkörper-Magnetresonanztomograph aufgestellt. An dem Gerät in Frankfurt beteiligt sich die Max-Planck-Gesellschaft mit 500.000 Euro und an dem Gerät in Jülich das Forschungszentrum Jülich mit der Hälfte des Kaufpreises. Die ersten zwei Geräte konnten im Jahr 2001 aus UMTS-Erlösen beschafft werden, die weiteren drei in diesem Jahr aus DFG-Forschungsmitteln. Die Geräte in Frankfurt und Berlin wurden in den letzten Wochen in Betrieb genommen.

Ansprechpartner:

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik
Dr. Werner Bröcker
Kennedyallee 40, 53175 Bonn
Telefon: 0228/885-2476
E-Mail: werner.broecker@dfg.de

Dr. Rembert Unterstell | idw

Weitere Berichte zu: Hochfeld-Magnetresonanztomograph Tesla

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics