Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Nanoklinik" zerstört gezielt Krebszellen

08.10.2002


Erste Erfolge in der Petrischale



Forscher der University of Buffalo http://www.buffalo.edu haben den Prototyp einer so genannten "Nanoklinik" entwickelt. In einer Zusammenarbeit des Institutes for Lasers, Photonics and Biophotonics mit dem französischen Nanotechnologie-Unternehmen Nanobiotix ist es gelungen, den Prototyp erfolgreich zur Bekämpfung von Krebszellen in der Petrischale einzusetzen. Wurde ein starkes Magnetfeld induziert, zerstörte die "Nanoklinik" selektiv Krebszellen. Die Forscher gehen davon aus, dass derartige "Nanokliniken" zur Behandlung einer Reihe verschiedener Krebsarten und anderer Krankheiten adaptiert werden können.

... mehr zu:
»Krebszelle »Membran »Nanopartikel


Die "Nano-Klinik" mit einem Durchmesser von weniger als 70 Nanometer besitzt einen Eisenoxid-Kern. Nachdem die Nano-Kliniken in die Krebszellen eingedrungen sind und ein starkes Magnetfeld angelegt wurde, erfolgte eine Anziehung der Nanopartikel. Die winzigen Teilchen durchstießen die Membranen der Krebszellen und zerstörten diese. Im Laborversuch sei es gelungen, 85 Prozent der erkrankten Zellen in einer Mischung aus gesunden Affen-Leberzellen und Krebszellen abzutöten.

Damit die "Nano-Klinik" zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheiden konnte, wurde der Eisenoxid-Kern mit einer dünnen Gelschicht ummantelt. An der Oberfläche brachten die Forscher bestimmte Peptide an, mit Hilfe derer die "Nano-Klinik" gezielt an Krebszellen andocken und in diese hinein wandern konnte. Gesunde Zellen reagierten auf die Nanopartikel nicht, da sie über keinen Rezeptor für das vorgetäuschte krebsspezifische Erkennungshormon verfügen.

"Nano-Kliniken", die intravenös oder durch eine Injektion in den Tumorbereich verabreicht werden sollen, könnten in ferner Zukunft auch die Blutbahnen von Patienten überwachen. Dadurch könnte das Wachstum des Tumors bereits im Frühstadium gestoppt werden, hoffen die Forscher. Durch die Anlegung des Magnetfelds werde die zerstörende Wirkung der Nanopartikel "eingeschaltet", die das Zerreißen der Membranen der Krebszellen zur Folge hat.

"Die Nanoklinik-Technologie ermöglicht durch die Anlegung einer externen Energiequelle die kontrollierte Erzeugung von physikalischen und chemischen Reaktionen in den Zielzellen", resümiert Nanobiotix-Präsident Laurent Levy. Tierversuche sollen nun die selektive Aufnahme der "Nanokliniken" in Tumorzellen beweisen. Das Buffalo-Institut und Nanobiotix diskutieren bereits aktiv über die Zusammenarbeit mit großen Pharmakonzernen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria

Weitere Berichte zu: Krebszelle Membran Nanopartikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise