Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von antiproliferativer Wirkung erwarten Experten längere Transplantatüberlebenszeiten

08.10.2002


Everolimus verbessert in Kombination mit Ciclosporin-Mikroemulsion die immunsuppressive Therapie von Organtransplantierten

... mehr zu:
»Azathioprin »Everolimus »RAD

Der neue Proliferationshemmer Everolimus (RAD001, Certican®) hat sich in aktuellen Studien, die auf dem XIX. Internationalen Kongress der Internationalen Transplantationsgesellschaft (ISOT) vorgestellt wurden, als ein guter Kombinationspartner für das Basis-Immunsuppressivum Ciclosporin-ME (Sandimmun® Optoral) erwiesen. Da Everolimus nicht nur immunsuppressive Eigenschaften aufweist, sondern durch seine antiproliferativen Eigenschaften auch einer Gefäßschädigung (Vaskulopathie) entgegenwirkt, erhoffen sich Transplantationsexperten auch eine Reduktion chronischer Abstoßungen und dadurch eine Verlängerung der Langzeit-Überlebensraten transplantierter Organe.

Internationale Studien belegen die Effektivität von Everolimus als Kombinationspartner von Ciclosporin. Wie Professor Hans H. Neumayer von der Charité Berlin erläuterte, könnte Everolimus über verschiedene Wege chronische Organabstoßungen verhindern helfen: Es senkt die Rate akuter Abstoßungsreaktionen, hemmt die Proliferation vaskulärer glatter Muskelzellen, senkt die Rate von Zytomegalievirus-Infektionen und ermöglicht über eine Reduktion der Ciclosporin-Dosis auch die Minimierung des Risikos nephrotoxischer Ciclosporin-Effekte.


Als Teil einer Tripeltherapie, zusammen mit Ciclosporin-Mikroemulsion (Sandimmun® Optoral) und Steroiden, wurde Everolimus in den zwei großen, doppelblinden Multizenterstudien RAD B251 und RAD B201 geprüft. Dabei hat es sich in der Auswertung nach 12 Monaten in der Immunsuppression als ebenso effektiv erwiesen wie Mycophenolatmofetil, das in den letzten Jahren am häufigsten als Kombinationspartner in einer Ciclosporin-basierten Tripeltherapie eingesetzt wurde. In einer Fortsetzungsstudie, in der die Ciclosporin-Dosis unter gleichzeitiger Everolimus-Therapie auf Talblutspiegel-Zielwerte von 50-75 ng/ml reduziert wurde, konnten im weiteren Verlauf auch die Kreatinin-Serumspiegel signifikant gesenkt werden.

Durch die Reduktion der Ciclosporin-Dosis unter gleichzeitiger Therapie mit Everolimus wird insbesondere die Nierenverträglichkeit der immunsuppressiven Therapie verbessert. Dies wurde auch in der Studie RAD B156 deutlich, in der Everolimus (3 mg pro Tag) bei 111 Nierentransplantierten entweder mit der üblichen Ciclosporin-Dosis oder mit einer reduzierten Ciclosporin-Dosis eingesetzt wurde. In der Gruppe mit reduzierter Ciclosporin-Dosis war die Nierenfunktion, gemessen anhand der glomerulären Filtrationsrate, signifikant besser als unter der üblichen Ciclosporin-Dosis. Auch in der Effektivität – beurteilt wurde hier ein kombinierter Endpunkt aus Abstoßungsreaktion, Organverlust oder Tod – schnitt die Niedrigdosisgruppe mit einer Endpunkt-Inzidenz von 9% vs. 28% signifikant besser ab als die Standarddosis-Gruppe, wie Neumayer betonte.

Ein zusätzlicher Vorteil der Everolimus-Therapie, der in der Studie RAD B201 deutlich wurde, war die Reduktion der Häufigkeit von Infektionen mit Zytomegalieviren (CMV), die als Risikofaktoren für die Entwicklung chronischer Abstoßungen gelten (Abstract 354). Wie J. Dantal vom Hôpital Hôtel Dieu aus Nantes berichtete, betrug die CMV-Erkrankungshäufigkeit in den beiden Everolimus-Gruppen 5% (1,5 mg) bzw. 8% (3 mg), verglichen mit 19% in der MMF-Gruppe (p < 0,05).

Everolimus – ein Immunsuppressivum mit gefäßprotektiver Wirkung
Auch in einer Multizenterstudie mit 634 Herztransplantierten hat sich die signifikante Senkung der CMV-Inzidenz bestätigt, wie Prof. Mauro Rinaldi vom Policlinico San Matteo aus Pavia, Italien, berichtete (Abstract 373). Doch in dieser Studie wurde noch ein weiterer, für die Verhinderung von chronischen Abstoßungen besonders wichtiger Effekt deutlich: So verringerte die Everolimus-Therapie im Vergleich zu Azathioprin signifikant die Vaskulopathie am transplantierten Herzen: Ein Jahr nach der Transplantation hatte die Intimadicke in der linken vorderen Herzkranzarterie in den Everolimus-Gruppen nur um 0,04 mm (1,5 mg) bzw. um 0,03 mm zugenommen, verglichen mit 0,10 mm unter Azathioprin (p ≤ 0,01). Eine Vaskulopathie war bei 35,7% bzw. 30,4% der mit Everolimus behandelten und bei 52,8% der mit Azathioprin behandelten Patienten aufgetreten (p < 0,05). Auch in der Effektivität schnitt Everolimus signifikant besser ab. Fazit von Rinaldi: „Man sollte Everolimus als echte Alternative zu MMF und Azathioprin betrachten.“ Denn es ist nach den bisherigen Daten nicht nur gegen akute Abstoßungsreaktionen, sondern auch gegen die immer wichtiger werdende chronische Abstoßung wirksam.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit. Im Jahr 2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 32,0 Milliarden (USD 19,1 Milliarden) und einen Reingewinn von CHF 7,0 Milliarden (USD 4,2 Milliarden). Der Konzern investierte rund CHF 4,2 Milliarden (USD 2,5 Milliarden) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz).Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 74 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

| Novartis
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de

Weitere Berichte zu: Azathioprin Everolimus RAD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE