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Hormone in den Wechseljahren als kurzfristige Therapie, nicht als Prävention geeignet

13.09.2002


Prof. Hans Georg Bender, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), empfiehlt Patientinnen "eine individuelle Hormonersatztherapie bei kurzfristiger Anwendung als ein wirkungsvolles Mittel gegen starke Wechseljahresbeschwerden wie z.B. Schlaflosigkeit, Hitzewallungen oder Depressionen. Die auf die Beschwerden abgestimmte Einnahme von Hormonen kann unter regelmäßiger Kontrolle fortgesetzt werden. Für eine langfristige Anwendung als Prävention von Herz-Erkrankungen bietet die Hormonersatztherapie nach den jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen nicht die erwarteten Vorteile."

Anlass für diese Stellungnahme ist die Großstudie der Women’s Health Initiative in den USA zur Hormonersatztherapie (JAMA S. 321-333). Die Studie sollte ursprünglich bis 2005 laufen und die vorbeugende Wirkung einer Kombination von Östrogen und Progestin auf Herzinfarkte und Schlaganfälle erweisen. Tatsächlich stellte sich das Gegenteil heraus. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 5,2 Jahren waren Schlaganfälle um 41 Prozent gestiegen, Herzattacken um 29 Prozent und auch die Zahl der Brustkrebserkrankungen um 26 Prozent. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen und den Probandinnen nahegelegt, die Hormone sofort abzusetzen. Für die kurzfristige Einnahme von Hormonen wurde kein erhöhtes Risiko festgestellt.

"Die Ergebnisse der Studie sind von großer Bedeutung für die Bewertung der Hormonersatztherapie, für die es bisher sehr widersprüchliche Aussagen gab," betont Bender. Die Studie gilt in ihrem Untersuchungsergebnis auch für Europa und Deutschland, trotz einiger systematischer Mängel der Studie wie das hohe Eintrittsalter der teilnehmenden Frauen, die mangelnde Berücksichtigung von Vorbehandlungen oder Risikofaktoren wie z.B. die familiäre Veranlagung. "Langfristig wirkt die Hormonersatztherapie zwar vorbeugend gegen Osteoporose und Darmkrebs, aber das Risiko für Herzerkrankungen oder Brustkrebs gibt Grund zur Vorsicht," erklärt Bender.

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

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