Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV-Infektionen bei Jugendlichen in Russland verdoppelt

22.08.2002


UNICEF: Aids ist Gesundheitsgefahr Nummer eins bei osteuropäischen Teenagern

... mehr zu:
»Aids »HI-Virus »HIV-Infektion

AIDS, Drogen und Verwahrlosung bedrohen das Leben Hunderttausender Heranwachsender in Osteuropa. Dies geht aus bislang unveröffentlichten Daten des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) aus Russland, der Ukraine sowie anderen Staaten der Region hervor. In Russland haben sich die Neuinfektionen mit dem HI-Virus nahezu verdoppelt. Etwa 80 Prozent der Neuinfizierten sind jünger als 29, jeder fünfte ist jünger als 20 Jahre. "AIDS verbreitet sich in Russland und in der Ukraine schneller als irgendwo sonst auf der Welt und trifft vor allem junge Menschen", erklärte die Leiterin der UNICEF-Programme für Russland, Weißrussland und die Ukraine, Rosemary McCreery.

Besonders gefährdet seien mehr als eine Million Kinder und Jugendliche, die in Osteuropa und der früheren Sowjetunion ohne ein Zuhause aufwachsen. "Diese Region läuft Gefahr, die Fehler und Versäumnisse zu wiederholen, die AIDS in Afrika zur todbringenden Seuche für Millionen gemacht haben", sagte der Geschäftsführer von UNICEF-Deutschland, Dietrich Garlichs. Befragungen von UNICEF haben ergeben, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Osteuropa wenig oder gar nicht über AIDS informiert ist. In Russland zum Beispiel liegt der Anteil der Jugendlichen, die nach eigenen Angaben wenig oder gar nichts über AIDS wissen, sogar bei mehr als 80 Prozent. Man vermutet, dass trotz des flächendeckenden Bildungssystems die Aids-Aufklärung sträflich vernachlässigt wird.


Für eine HIV-Infektion sind insbesonders junge Drogensüchtige gefährdet. "Der Missbrauch harter Drogen, noch Anfang der neunziger Jahre fast unbekannt, hat innerhalb weniger Jahre epidemische Ausmaße angenommen", so McCreery. Mittlerweile sei fast ein Prozent der osteuropäischen Bevölkerung von harten Drogen wie Heroin abhängig. Vor allem unter abhängigen Teenagern explodiert die Aids-Seuche. Die Sucht wird häufig durch Prostitution finanziert und so das Virus an die Kunden weitergegeben. An diesem Punkt springt die Immunschwäche-Krankheit von der Subkultur der Drogensüchtigen auf die normale Bevölkerung über.

Immer häufiger kommen zudem Kinder drogenabhängiger Mütter HIV-infiziert zur Welt. Allein in Russland wurden bis Juni 2002 bereits 3.000 Säuglinge offiziell registriert, die mit dem HI-Virus geboren wurden. Das russische Gesundheitsministerium rechnet damit, dass sich diese Zahl bis zum Ende 2002 verdoppelt haben wird. Jedes fünfte dieser Babys wird gleich nach der Geburt von der Mutter verlassen und in staatliche Krankenhäuser abgeschoben. Normale Waisenhäuser nehmen HIV-Infizierte Kinder nicht auf.

Grafiken unter. www.unicef.de/akt/grafiken.pdf


Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.unicef.org
http://www.unicef.de

Weitere Berichte zu: Aids HI-Virus HIV-Infektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie