Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den männlichen Beckenboden besänftigen

21.08.2002


Ärzte wissen viel über den weiblichen Beckenboden, aber wenig über den männlichen. Dabei kann dieser beträchtliche Probleme verursachen, beispielsweise chronische Schmerzen und Erektionsstörungen. Wie diese Probleme behandelt werden können, ist eines von vielen Themen, die 1500 Wissenschaftler aus 50 Nationen auf der 32. Jahrestagung der International Continence Society  in Heidelberg diskutieren.

Der deutsche Gesundheitssurvey aus dem Jahr 1998 belegt, dass sechs Prozent der Männer im Jahr vor der Umfrage unter Unterleibsschmerzen gelitten hatten - rund 1,9 Millionen. In vielen Fällen ist eine Erkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata), etwa eine Entzündung, die Ursache. Doch besonders bei Männern unter 50 Jahren stecken hinter Schmerzen und Problemen beim Wasserlassen oft andere Ursachen. Diese reichen von Kontraktionsstörungen des Blasenmuskels über Verengungen der Harnröhre bis hin zu Fehlfunktionen des Beckenbodens.

"Experten haben sehr viel Wissen über den Beckenboden der Frau zusammen getragen, doch über das männliche Pendant wissen wir noch viel zu wenig", erklärt Professor Manfred Stöhrer, Präsident der 32. Jahresversammlung der internationalen Continence Society im Vorfeld der Tagung. Darum sind neue Erkenntnisse über den Beckenboden des Mannes, welcher die Organe im Beckenbereich stützt und bei Ausscheidung und Sexualität eine wichtige Rolle spielt, eines von zahlreichen Themen dieser Tagung, zu der  1500 Wissenschaftler aus 50 Nationen in Heidelberg erwartet werden.

Ein überaktiver Beckenboden kann chronische Unterleibsschmerzen verursachen und den Harnfluss beeinträchtigen. Der Unterleib ist verspannt, Erektionsstörungen folgen den Problemen beim Wasserlassen. Vor allem Männer, die sich angewöhnt haben, ihren Harndrang stark zu kontrollieren und nur nach der Uhr und nicht bei Bedarf zur Toilette gehen, etwa Kellner, Lehrer, LKW-Fahrer, haben ein erhöhtes Risiko, solche Störungen zu entwickeln.

Auch psychische Faktoren spielen bei Unterleibsschmerzen eine Rolle. "Chronische Schmerzen in diesem Bereich gehören zu den Stress-induzierten Schmerzsyndromen", erklärt der holländische Urologe Dr. Bert Messelink vom Krankenhaus "Unsere liebe Frau" in Amsterdam.

Dauerstress in der Beziehung oder am Arbeitsplatz genügt. Auch psychische Traumen können derartige Folgen haben. Wenn Menschen Angst haben und verunsichert sind, spannt sich der Beckenboden an. Diese Reaktion ist Teil der Flucht- und Kampfreflexe in Gefahr. Wer ständig unter Stress steht, kann so im Laufe der Zeit chronische Schmerzen im Unterleib entwickeln.

Gegen die Beschwerden kann eine Art intensives Re-Training des Beckenbodens helfen. Unterstützt durch Biofeedback lernen die Patienten, die Muskeln besser zu koordinieren und vor allem mit gezielten Übungen und Atemtechniken zu entspannen.

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Beckenboden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar zur angewandten Versuchsmethodik und Lebensdauererprobung

18.10.2017 | Seminare Workshops

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie