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China kommt mit billigem Aids-Präparat

16.08.2002


Behörden warnen: Für die meisten Patienten noch immer zu teuer

Das chinesische Pharmaunternehmen Northeast Pharmaceutical Group hat in der chinesischen People´s Daily bekanntgegeben, dass es ab kommenden Monat mit einem neuen billigen Aids-Medikament auf den Markt kommt. Das neue Medikament kostet nach Angaben von BBC-online nur ein Zehntel dessen, was importierte Präparate kosten. Das neue Mittel entspricht dem westlichen Medikament Zidovudine (AZT).

Mit dem neuen chinesischen Medikament, das mit zwei anderen Arzneimitteln eingenommen wird, soll die Zahl der rund eine Million Aids-Kranken (Ende 2001 waren es noch 850.000) eindämmt werden. Indessen gab die Northeast Pharmaceutical Group bekannt, dass sie mit der Produktion bereits im Frühjahr 2000 begonnen hat, aber sämtliche Arzneimittel in den Export gingen. Die Zulassung des Produkts für den chinesischen Markt hat das Unternehmen erst vergangene Woche erhalten.

Die chinesischen Aids-Spezialisten begrüßten die Verbreitung des neuen chinesischen Medikaments. "Importierte Arzneimittel kosten monatlich zwischen 240 und 360 Dollar", so Zhang Ke, Aids-Spezialist am Pekinger You´an Hospital. Zhang behandelt mit seinen Kollegen 100 bis 200 Aids-Patienten wöchentlich. Die meisten Kranken kommen aus ländlichen Gebieten und verfügen über fast kein Einkommen. Bisher scheiterten die Versuche von lokalen Pharmaunternehmen Aids-Präparate herzustellen an der Kapazität der Betriebe. Die Northeast Pharmaceutical Group besteht seit 56 Jahren und will in der nächsten Zukunft neben Zidovudine auch noch andere Aids-Medikamente herstellen.

Gesundheitsexperten der WHO glauben, dass nur eine bessere Aufklärung über Aids die Krankheit längerfristig eindämmen könne. Sogar in "verwestlichten" Großstädten wie Shanghai stehen aber politische Kräfte als Gegner vor "Safer-Sex"-Kampagnen, berichtet BBC-online. Während chinesische Experten eine Studie über die Gratis-Abgabe von Nadeln für Drogensüchtige in Australien erstellen, stehen die Staatsmächte in China vor der Frage der Genehmigung eines solchen Projekts im eigenen Land.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://english.peopledaily.com.cn/
http://news.bbc.co.uk/

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