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Herzschrittmacher - Patienten mit Herzschwäche besser überwachen

18.07.2008
Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität Würzburg hat die Firma BIOTRONIK (Berlin) einen innovativen Herzschrittmacher entwickelt. Das Gerät ist mit einem speziellen Sensor ausgestattet, der die Ansammlung von Wasser in der Lunge messen kann.

Mit ihm lässt sich möglicherweise per Ferndiagnose vorhersagen, ob sich der Zustand von Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verschlechtert, so die Hoffnung der Entwickler.

Ob diese Erwartung zutrifft, wird nun in der europaweiten klinischen Studie HomeCARE II getestet, koordiniert vom Würzburger Universitätsklinikum. Der erste Patient wurde jetzt in die Studie aufgenommen; am Ende sollen Daten von insgesamt 300 Herzkranken über mehrere Jahre erhoben werden.

Von einer Herzinsuffizienz sind weltweit 22 Millionen, in Deutschland rund zwei Millionen vorwiegend ältere Menschen betroffen - Tendenz steigend. Das Leiden wird darum als dominierende Herz-Kreislauf-Erkrankung des 21. Jahrhunderts angesehen.

"Eine Herzschwäche kann nach einem Herzinfarkt entstehen, durch verengte Herzkranzgefäße, durch Fehler an den Herzklappen oder auch ohne einen erkennbaren Grund", erklärt Privatdozent Dr. Sebastian Maier, Leiter der Internistischen Intensivmedizin und Herzschrittmacherambulanz am Universitätsklinikum Würzburg. Das Herz ist dann nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Die Patienten leiden bei körperlicher Anstrengung schnell an Luftnot. Außerdem sammelt sich durch die mangelnde Pumpleistung des Herzens in ihrem Körper Wasser an, etwa in den Beinen oder der Lunge - was ihre Atemnot weiter verschlimmert.

Obwohl die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten weiter verbessert wurden, haben Patienten mit Herzschwäche nach wie vor verminderte Überlebenschancen und müssen mit einer eingeschränkten Lebensqualität zu Recht kommen. Eine Vielzahl dieser Patienten ist zusätzlich auf die Unterstützung eines Herzschrittmachers oder eines implantierten Defibrillators angewiesen, der sie vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen schützt.

Hier setzt die Studie an. Der neuartige Defibrillator mit dem Lungenwassersensor registriert stündlich die Wassermenge in der Lunge und überträgt die Daten automatisch über eine gesicherte Internetverbindung, so dass dem Arzt die Überwachung des Patientenstatus ermöglicht wird. "Mit der Studie wollen wir einen zuverlässigen Algorithmus herausarbeiten, der die Verschlechterung der Herzinsuffizienz frühzeitig erkennt", sagt Dr. Maier. Somit könnten die Ärzte schnell Gegenmaßnahmen einleiten: Wird ein Ansteigen des Lungenwassers festgestellt, nehmen sie Kontakt zum Patienten und seinem Hausarzt auf. Der wiederum könnte dann die Therapie modifizieren - um das Problem rechtzeitig in den Griff zu bekommen, bevor es für den Kranken schlimmere Folgen nach sich zieht und er ins Krankenhaus aufgenommen werden muss.

Die Studie soll voraussichtlich 2011 beendet sein. Dann werten die Würzburger Mediziner die gesammelten Daten aus. "Wir untersuchen, wie sich die Daten, der klinische Zustand der Patienten und die Häufigkeit, mit der diese im Studienzeitraum in Kliniken eingewiesen werden mussten, zueinander verhalten", so Dr. Maier. So kann hoffentlich eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz zuverlässiger vorausgesagt und die Überlebenschance und Lebensqualität der Patienten verbessert werden.

Kontakt: PD Dr. Sebastian Maier, T (0931) 201-36327, maier_s@klinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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