Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experimentelles Retina-Transplantat verbessert Sehkraft

14.07.2008
Wiederherstellung der vollen Sehkraft derzeit noch nicht möglich

Die experimentelle Transplatantion von Zellen in die Augen von Patienten mit versagender Sehkraft hat bei den meisten zum Erfolg geführt. Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung der University of Louisville hat Retinazellen von abgetriebenen Föten zehn Patienten mit Retinitis pigmentosa und altersabhängige Makuladegeneration (AMD) implantiert.

Laut der im American Journal of Ophthalmology veröffentlichten Studie verfügten sieben Patienten nach dem Eingriff über ein deutlich besseres, jedoch noch immer eingeschränktes Sehvermögen. Der britische Experte Pete Coffey vom University College London erklärte laut BBC, dass eine erfolgreiche Retinatransplantation auch heute noch der Heilige Gral der Wissenschaft sei.

Retinitis pigmentosa und altersabhängige Makuladegeneration sind bei älteren Menschen die häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Sie verursachen eine schrittweise und normalerweise nicht reversible Zerstörung der Zellen der Netzhaut. Das neue Verfahren beruht auf der Implantierung fötaler Retinazellen neben den gefährdeten Zellen. Ihre Aufgabe ist es genau diese Zellen zu erhalten.

Das Ziel ist es, dass die neuen Zellen gemeinsam mit den vorhandenen die allgemeine Sehkraft verbessern. Norman Radtke, der leitende Wissenschaftler, erklärte, dass Sehtests bei drei der Patienten keine Veränderung nachweisen konnten. Leichte Verbesserungen konnten jedoch bei den anderen Teilnehmern erzielt werden.

In einem Fall war die Verbesserung auch sechs Jahre nach dem Eingriff noch vorhanden, obwohl das andere Auge des Patienten sich weiter verschlechtert hatte. Die erzielten Verbesserungen blieben jedoch in einem bescheidenen Rahmen. Die normale Sehkraft konnte nicht wieder hergestellt werden. Die aktuellen Ergebnisse werden den Wissenschaftlern laut Radtke helfen, das Verfahren weiter zu verbessern. Ziel sei es auch weitere Beweise dafür zu finden, dass Retinatransplantate ein geeignetes Verfahren zur Behandlung derartiger Erkrankungen sein können.

Coffey hielt dieser Hoffnung entgegen, dass die Ergebnisse nicht auf eine deutliche Verbesserung hinwiesen. Der Einsatz fötaler Zellen sei, neben den bestehenden ethischen Bedenken, auch in Hinblick auf das Zurverfügungstehen der Zellen schwierig. "Anders als bei Stammzellen, braucht man bei jedem Eingriff die Zellen eines neuen Fötus.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://louisville.edu
http://www.ajo.com
http://www.ucl.ac.uk

Weitere Berichte zu: Fötus Makuladegeneration Retina-Transplantat Retinazelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik