Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD) startet

07.07.2008
Universitätsmedizin Göttingen leitet einen von drei Forschungsverbünden

50 Millionen Euro für das KNDD über 12 Jahre. 2 Mio Euro fließen in der ersten, dreijährigen Förderphase nach Göttingen. Prof. Dr. Jörg Schulz, Direktor der Abt. Neurodegeneration u. Neurorestaurationsforschung, ist Sprecher eines Forschungsverbundes

In Deutschland leiden rund eine Million Menschen an einer Demenz, jährlich treten 200.000 Neuerkrankungen auf. Bei jedem Einzelnen kommt das Vergessen schleichend, soziale und alltägliche Fähigkeiten werden zunehmend eingeschränkt, in Spätstadien besteht dauerhaft Pflegebedürftigkeit. Insgesamt breiten sich Krankheiten wie Alzheimer Demenz und Frontotemporale Demenzen stark aus. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Demenz-Betroffenen bis zum Jahr 2030 verdoppeln wird. Bisherige Behandlungsmethoden können die fortschreitenden Krankheitsprozesse verzögern, nicht aber aufhalten oder gar rückgängig machen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das bundesweite Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD) mit einer geplanten Förderdauer von 12 Jahren. Insgesamt sind dafür Mittel von rund 50 Millionen Euro vorgesehen. Beteiligt sind 21 Universitäten, Max-Planck-Institute, das Helmholtz-Zentrum und Hertie-Zentrum an den Standorten Berlin, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Düsseldorf, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Hannover, Homburg, Leipzig, Mainz, Mannheim, München und Tübingen.

... mehr zu:
»Demenz »KNDD »Neurodegeneration »Protein

Der Standort Göttingen bekommt für die erste dreijährige Förderperiode rund 2 Millionen Euro. Die Fördersumme des KNDD für Göttingen steigt in den drei darauf folgenden Phasen (drei mal drei Jahre) an, um einen Ausbau zu ermöglichen.

Diese Angaben und die Arbeit des KNDD wurden heute, am Freitag, 4. Juli 2008, zum Auftakt mit einem Pressegespräch des KNDD auf Schloß Wahn bei Köln vorgestellt.

Das KNDD besteht aus drei Forschungsverbünden. Die drei Verbünde decken die Bereiche Ätiopathogeneseforschung (Forschung zur Entstehung von Demenzen), experimentelle präklinische Therapieforschung (Therapieforschung mit Tiermodellen) und Epidemiologie/Versorgungsforschung (Forschung zur Früherkennung, zum Verlauf, zur Therapie und ihren Kosten) ab. Damit ist ein inhaltlich weit gespanntes Forschungsnetz entstanden, in dem Neurologen, Psychiater, Biochemiker, Chemiker, Biologen, Physiker, Ingenieure, Neuropathologen, Allgemeinmediziner, Psychologen und Biometriker interdisziplinär zusammenarbeiten. An der Universitätsmedizin Göttingen leitet Prof. Dr. J. B. Schulz, Direktor der Abteilung Neurodegeneration und Neurorestaurationsforschung, einen Verbund.

Verbund 1 (Sprecher: Prof. Dr. Jörg B. Schulz, Universitätsmedizin Göttingen): "Degenerative Demenzen - Suche nach Angriffspunkten und Brückenschlag zu klinischen Behandlungsstrategien"

Der Forschungsverbund 1 erforscht die Entstehung von Demenzen, genauer gesagt, die Proteinaggregation und Proteinablagerung bei der Alzheimer Demenz und bei Frontotemporalen Demenzen. Proteine sind in ihrer gesunden Form lebensnotwendig; sie gehören beim Menschen zu den Grundbausteinen aller Zellen. Unter bestimmten Bedingungen verändern krankheitsbezogene Proteine jedoch ihre Struktur und lagern sich zu schwer löslichen Aggregaten zusammen. Ziel des Forschungsverbundes ist es, krankheitsspezifische Behandlungsansätze zu finden, die der pathologischen Proteinaggregation und Proteinablagerung entgegentreten können. An diesem Ziel arbeiten in dem Verbund gemeinschaftlich vier Teilprojekte und fünf Zentraleinheiten.

Teilnehmer am Pressetermin des KNDD in Köln waren:
• Prof. Dr. Wolfgang Maier, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Sprecher des KNDD
• Prof. Dr. Jörg B. Schulz, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Direktor der Abteilung Neurodegeneration und Neurorestaurationsforschung, stellv. Sprecher des KNDD
• Prof. Dr. Sascha Weggen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Neuropathologie, stellv. Sprecher des KNDD

• Ministerialrat Volker Rieke, Unterabteilungsleiter Abteilung Lebenswissenschaften - Forschung für Gesundheit, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Neurodegeneration und Neurorestaurationsforschung
Direktor: Prof. Dr. Jörg B. Schulz
Telefon 0551 / 39-13540, Mail: jschulz4@gwdg.de
Waldweg 33, 37073 Göttingen
Geschäftsstelle des KNDD - Geschäftsführung
Stefanie Wolf
Telefon 05551 / 908 6917, Fax 05551 / 989667, Mail: wolf@med.uni-goettingen.de
Sedan-Str. 2, 37154 Northeim

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Demenz KNDD Neurodegeneration Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz