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Keine Brille mehr: Schöne Nebenwirkung der OP am Grauen Star

10.06.2008
Neue Linse wird mit UV-Licht angepasst
RUB-Augenklinik setzt als erste in Deutschland neues Verfahren ein

Als angenehme Nebenwirkung einer Operation des Grauen Stars geht an der RUB-Augenklinik der Traum vieler Brillenträger in Erfüllung: Ohne Brille scharf sehen.

Die Augenärzte um Klinikdirektor Prof. Dr. Burkhard Dick und Oberarzt Dr. Fritz Hengerer (Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer) setzen als erste in Deutschland statt einer Standardkunstlinse mit fixer Brechkraft eine neuartige Linse ein, deren Brechkraft nach der OP mittel UV-Bestrahlung justiert werden kann.

So werden Fehlsichtigkeiten dauerhaft und hochpräzise behoben und die Brille überflüssig. Das Verfahren kommt für praktisch alle in Frage, die sich wegen des Grauen Stars operieren lassen müssen - das sind etwa 800.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr", umreißt Prof. Dick.

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Bei Nichtgefallen: Neue Anpassung

Bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt) wird die natürliche, getrübte Augenlinse durch einen Kleinstschnitt durch eine künstliche ersetzt. Bisher müssen die Patienten nachher meistens mit derselben Fehlsichtigkeit leben wie vorher. Die neue, Licht-adjustierbare Linse wird im Auge mit einer speziell entwickelten Lichtquelle auf die individuelle Brechkraft der Patienten eingestellt, eine Prozedur von wenigen Sekunden. So lassen sich unter anderem Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auf Dauer beheben. Bei Nichtgefallen kann die Brechkraft mehrfach erneut geändert werden.

Teilchen verlagern sich durch das Licht

Das ultraviolette Licht einer genau definierten Wellenlänge wird während der Bestrahlung auf die optische Zone der Licht-adjustierbaren Linse gerichtet. Dabei kommt es in der Linse zu einer Verkettung von freien Teilchen, die sich innerhalb von wenigen Stunden in die bestrahlten Regionen verlagern und eine Abflachung oder Verdickung der optischen Zone der Linse bewirken. "Das Ergebnis ist phänomenal", so Prof. Dick: "Eine maßgeschneiderte, den individuellen Bedürfnissen angepasste Intraokularlinse." Nach Abschluss der Feineinstellungen wird die Linsenstärke endgültig fixiert: Die Optik der Linse wird erneut mit UV-Licht verschiedener Wellenlängen bestrahlt und alle verbliebenen freien Teilchen werden zu einem Netzwerk verknüpft. Die Patienten können einen Tag später die nach der Operation zum Schutz der lichtempfindlichen Linse notwendige UV-Schutzbrille ablegen.

Patienten sind hochzufrieden

Alle in der RUB-Augenklinik durchgeführten Behandlungen mit der neuen Linsentechnologie verliefen komplikationsfrei. "Die Patienten konnten mittels individuell erstelltem Bestrahlungsplan auf die gewünschte Brechkraft eingestellt werden und sind hochzufrieden", so Dr. Hengerer.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Burkhard Dick, Dr. Fritz Hengeler, Augenklinik der Ruhr-Universität Bochum im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-80058, E-Mail: augenklinik@kk-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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