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Mobiles Gerät für den Drogentest: Schneller und hochsensibler Drogentest

29.05.2008
In der Notfallmedizin, aber auch bei polizeilichen Einsätzen stellt sich oft die Frage, ob ein Patient oder eine zu überprüfende Person „clean“ ist.

An einem neuartigen Verfahren zur schnellen Erkennung von Drogenkonsum und Infektionen arbeitet ein Forschungsteam am neugegründeten Institut für Biochemische Verfahren und Analysen (IBVA) der FH Gießen-Friedberg. Leiter des Projektes, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird, ist der Biochemiker Prof. Dr. Jürgen Hemberger.

Die derzeit bestehenden Methoden zur Ermittlung von stimulierenden Substanzen, Infektionen oder Herz-Kreislauferkrankungen sind wegen des apparativen und zeitlichen Aufwands, wegen ihrer Komplexität und zum Teil extrem hohen Kosten nicht für den Einsatz im Polizei- oder Rettungsfahrzeug geeignet. Membran-Schnelltests arbeiten dagegen nicht genau genug, um Infektionen zuverlässig nachweisen zu können.

Die Forschungsgruppe der Fachhochschule kooperiert bei dem aktuellen Vorhaben mit einem Diagnostik- und einem Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland. Die Partner haben sich zum Ziel gesetzt, das weltweit erste hochsensitive Diagnosesystem zu entwickeln, das die Drogen- und Infektionsanalyse im mobilen Außeneinsatz ermöglicht. Auch Drogen wie LSD oder Krankheiten wie Hepatitis, für die es bis heute keine geeigneten Schnelltestverfahren gibt, soll das neue Instrumentarium rasch erkennen können. Dabei geht es auch darum, bei Bedarf vor Ort sofort lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können. Das Messgerät soll transportabel und einfach zu bedienen sein, keine hundert Euro kosten, innerhalb weniger Minuten aussagekräftige Daten liefern und die Sensitivität herkömmlicher Schnelltests deutlich übertreffen. Um das zu erreichen, setzt man darauf, bestimmte Proteine mit Nanopartikeln zu kombinieren.

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Prof. Dr. Hemberger, der das Institut für Biochemische Verfahren und Analysen (IBVA) als geschäftsführender Dirtektor leitet, hat langjährige Erfahrungen damit, in Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen therapeutische Proteine so zu modifizieren, dass sie eine verbesserte klinische Wirkung zeigen. Resultate dieser Forschungsprojekte führten zu einer Reihe weltweiter Patentanmeldungen. Diese Kompetenz bringt er nun in den Forschungsverbund ein. Dabei besteht die wesentliche Aufgabe seines Team darin, die Grundlagen zu untersuchen und Verfahren zu entwickeln, mit denen sich drogen- oder infektionsspezifische Antikörper über einen längeren Zeitraum stabil an die Oberfläche von Nano-Magnetpartikeln koppeln lassen.

Das Projekt, das aus dem Programm „Pro Inno II“ mit insgesamt 125 000 Euro gefördert wird, hat eine Laufzeit bis April 2009. Nach erfolgreichem Abschluss werden die Projektpartner ihr Diagnosesystem auf internationalen Fachmessen und in Fachpublikationen vorstellen.

Erhard Jakobs | FH Gießen-Friedberg
Weitere Informationen:
http://www.fh-giessen.de

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