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Diabetes-Medikament verhindert die Wanderung von Gliomzellen

13.05.2008
In der Neuro-Onkologie kommt den Gliomen als häufigsten Gehirntumortyp eine überragende Bedeutung zu. Diese sehr aggressiven Tumore führen häufig bereits nach etwa einem Jahr zum Tod, wobei die ungünstige Prognose durch die hohe Wachstumsrate und die Invasion in umliegende Gehirnregionen bedingt ist.

In Bezug auf die Migration und die Invasion von Gliomzellen nimmt das Signalmolekül TGF-ß eine zentrale Rolle ein. In experimentellen Vorarbeiten konnten Dr. Hahnen und Mitarbeiter zeigen, dass der Wirkstoff Troglitazone die TGF-ß Produktion von Gliomzellen und somit deren Migration und Invasion in das gesunde Hirngewebe blockiert (Coras et al., 2007, Molecular Cancer Therapeutics). Bei den Glitazonen handelt es sich um Substanzen, die zur Diabetes mellitus Typ II Therapie eingesetzt werden.

Die anti-migratorische Aktivität von Troglitazone wird jedoch nicht durch das bereits bekannte Zielprotein der Glitazone vermittelt, sondern durch einen bisher nicht identifizierten Mechanismus. In neuen experimentellen Ansätzen versuchen Dr. Hahnen und Mitarbeiter die anti-migratorische Wirkung von Troglitazone aufzuklären und damit neue Ziele für die Gliomtherapie aufzudecken.

Kontakt: Dr. rer. nat. Eric Hahnen, MBA
Tel: +49 (221) 47886464, Fax: +49 (221) 47886812
E-mail: eric.hahnen@uk-koeln.de, homepage:www.uk-koeln.de/humangenetik
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 89.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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