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EU-Forscher entwickeln Krebszellenkiller-Isotope

27.06.2002


400 Mio. Euro sollen im 6. Rahmenprogramm der Krebsforschung zugute kommen

Das Europäische Institut für Transurane der EU-Kommission und das Deutsche Krebsforschungszentrum haben eine innovative Therapie im Kampf gegen Krebs entwickelt. Es handelt sich dabei um die so genannte Alpha-Immuntherapie, bei der Alpha-Teilchen, die von Radioisotopen abgegeben werden, Krebszellen abtöten. Die klinischen Versuche lieferten vielversprechende Ergebnisse, teilte die EU-Kommission heute, Mittwoch, mit. Die Alpha-Immuntherapie sollte in den kommenden Jahren zu einer wirksamen Behandlung weiterentwickelt werden und neue Heilungsmethoden für die Patienten erschließen.

Bei der Therapie wird ein krebszellenselektives Vehikel (z.B. ein monoklonaler Antikörper) mit einem starken Radioisotop verbunden. Während das Isotop zerfällt, emittiert es Teilchen, die entweder direkt oder indirekt alle angepeilten Krebszellen abtöten können. Die Zellenkiller dürften gegen zahlreiche Krebsarten wie Leukämien, Lymphome bzw. mikroskopische, intraperitorale Krebsformen wie Eierstock- und Magenkrebs erfolgreich eingesetzt werden können. "Laut Wissenschaftlern ist aber noch mehr Forschung bzw. eine fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen den besten Teams Europas notwendig", so EU-Forschungskommissar Phillipe Busquin. Busquin betont, dass Krebs im sechsten EU-Forschungsprogramm (2003 bis 2006) absolute Priorität habe. Mindestens 400 Mio. Euro der insgesamt etwas über eine Mrd. für die Bekämpfung schwerer Krankheiten vorgesehenen Forschungsgelder sollen für Krebs eingesetzt werden.

Ziel ist die Entwicklung besserer Strategien im Kampf gegen den Krebs von der Verhütung über die Diagnose bis zur Behandlung. Der Schwerpunkt liegt darin, die neuen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Genomik und anderen Gebieten der Grundlagenforschung zur Anwendung zu bringen und so zu einer Verbesserung der klinischen Praxis bzw. der öffentlichen Gesundheit beizutragen. Bestehende Kenntnisse in der Genomik dürften aber bereits zum Verständnis der wichtigsten Prozesse bei der Anwendung von Alpha-Emittern und anderen Radioisotopen beitragen. Darüber hinaus erhofft man sich Erkenntnisse, wie geringe Strahlenexposition auf die menschlichen Gene einwirkt.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://itu.jrc.cec.eu.int/
http://www.dkfz-heidelberg.de/
http://europa.eu.int/

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