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Die Milch macht's tatsächlich

23.04.2008
Ernährungswissenschaftlerin der Universität Jena erhält Auszeichnung

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Katrin Kuhnt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält den OECOTROPHICA-Preis 2008. "Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung und bin sehr stolz darauf", sagt die Preisträgerin.

Überreicht wird der Preis auf dem Bundeskongress "Demografischer Wandel und Lebensqualität", den der Verband der Diätassistenten (VDD), der Bundesverband Deutscher Ernährungs-Mediziner (BDEM) und der Verband der Oecotrophologen (VDOE) am 25. und 26. April in Wolfsburg abhalten. Die Auszeichnung wird seit 1997 vom VDOE (Haushalts- und Ernährungswissenschaftler) vergeben und ist mit 1.750 Euro dotiert. Das Preisgeld stiftet der Verein "Margarine-Institut für gesunde Ernährung" in Bonn.

Geehrt wird die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Ernährungswissenschaften der Uni Jena für ihre Dissertation über konjugierte Linolsäuren und trans-Fettsäuren. Katrin Kuhnt hat einzelne trans-Fettsäuren genauer untersucht und dabei verblüffende Ergebnisse erzielt. In ihrer Studie ["Die delta9-Desaturation von supplementierten trans-Octadecensäuren (trans-11- und trans-12-18:1) und die klinische Relevanz für den Menschen"] konnte sie nachweisen, dass die trans-11-Fettsäure, die sogenannte Vaccensäure, und die trans-12-Fettsäure keine negativen Wirkungen auf den Menschen haben. "Die trans-Fettsäuren haben allgemein einen sehr schlechten Ruf, weshalb sogar über eine Kennzeichnungspflicht auf Lebensmitteln nachgedacht wird", sagt Kuhnt. Vor allem trans-Fettsäuren, die bei der industriellen Fetthärtung von pflanzlichen Ölen entstehen, stehen im Verdacht, koronare Herzerkrankungen zu begünstigen. Im Tierversuch wurde jedoch festgestellt, dass bestimmte Fettsäuren mit einer konjugierten Doppelbindung gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen.

In ihrer - jetzt preisgekrönten - Studie konnte Kuhnt belegen, dass die trans-11-Fettsäure im menschlichen Körper in konjugierte Linolsäure (cis-9,trans-11-CLA) umgewandelt wird. Dieser sogenannten CLA (englisch für conjugated linoleic acid) werden im Allgemeinen gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Sie wirken antikarzinogen und antiinflammatorisch - das heißt, sie verringern die Risiken, an Krebs und Asthma zu erkranken. Auf natürlichem Wege wird diese Fettsäure im Pansen und Geweben von Wiederkäuern gebildet und steht dem Menschen über die Milch oder das Fleisch von Rind, Schaf oder Ziege zur Verfügung. Besonders hoch ist der CLA-Gehalt in der Milch von Rindern, die viel frisches Gras und Kräuter fressen. "Die Alpenmilch ist also tatsächlich sehr gesund", bringt Katrin Kuhnt ihre Ergebnisse auf den Punkt.

Kontakt:
Dr. Katrin Kuhnt
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
Dornburger Straße 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949610
E-Mail: katrin.kuhnt[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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