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Die Krebsvorsorge beim Mann

24.06.2002


Der Prostatakrebs ist gegenwärtig der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor des Mannes. Ca. 40% aller Männer im Alter zwischen 60 und 70 Jahren beherbergen ohne ihr Wissen innerlich wachsende Tumoren. Nach dem Lungenkrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache der Krebs der Prostata. Er nimmt damit als häufigste Krebserkrankung eine Sonderstellung unter den bösartigen Tumorerkrankungen ein. Obwohl seit 1971 in Deutschland die ärztliche Vorsorgeuntersuchung des Prostatakarzinoms für Männer ab 45 Jahren gesetzlich festgeschrieben ist, nehmen de facto maximal 15% aller Männer diese Möglichkeit der Früherkennung wahr. Dabei steht für die Krebsmedizin unmissverständlich fest: Die wichtigste Rolle im Kampf gegen den Krebs der Prostata spielt die Früherkennung.

Was bedeutet die routinemäßige Krebsvorsorge beim Mann? Ziel der Vorsorgeuntersuchung der männlichen Prostata ist es, schon kleinste Veränderungen des Organs möglichst früh zu entdecken, um im Krankheitsfalle optimale Heilungschancen wahrnehmen zu können. Die gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostata- Adenom) oder benigne Prostatahyperplasie (BPH) steht dabei als häufigste Erkrankung des Mannes überhaupt neben dem Prostatakrebs, d.h. der bösartigen Zellwucherung als Ursache der Prostatavergrößerung. Die gängigen Untersuchungsmethoden des Urologen zur Feststellung einer Vergrößerung der Prostata sind die rektale Palpation, die transrektale Ultraschalluntersuchung und das biochemische Testverfahren PSA.

Sie ermöglichen dem Arzt, eine dem individuellen Patientenprofil angepasste Früherkennung durchzuführen. Bei dieser klassischen Krebsvorsorgeuntersuchung kommt der Betroffene selbst aus eigener Initiative zu einem ab dem 45. Lebensjahr sinnvollen Checkup zum Urologen. Der Patient kann völlig beschwerdefrei zur routinemäßigen Untersuchung erscheinen oder auch durch unklare Symptome oder kleinere körperliche Veränderungen veranlasst worden sein, die Untersuchung durchführen zu lassen.

Die z.Zt. praktizierte Früherkennung - wenn wahrgenommen - minimiert in jedem Fall das Risiko, am Prostatakarzinom zu versterben, denn sie bezieht neben den diagnostischen Ergebnissen auch die persönlichen Risikofaktoren des Patienten, familiäre Dispositionen sowie den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten in das Untersuchungskonzept mit ein. Wie beurteilen die Fachleute den Nutzen der Früherkennung?

Das Ziel der Vorsorge besteht darin, das Prostatakarzinom frühest- möglich – noch vor dem Auftreten von Symptomen - zu diagnostizieren, denn nur organbegrenzte Tumoren sind heilbar. Solche Tumoren verursachen aber im frühen Stadium keine Symptome, so dass sie bei einem beschwerdefreien Patienten ausschließlich durch eine Vorsorgeuntersuchung aufgedeckt werden können. Die Schwierigkeit in Diagnostik und Therapie liegt nun darin, dass sich das Wachstum des Prostatakarzinoms sehr langsam vollzieht. Ist der Tumor noch sehr klein, ist eine Therapie oft gar nicht notwendig. Hat die Geschwulst jedoch eine bestimmte Größe schon überschritten, ist Heilung nicht mehr möglich. Sinn der Früherkennung durch den Urologen ist es also, die Karzinome zu erfassen, die aus dem unauffälligen Stadium herausgetreten sind, aber noch nicht die Grenze zu den nicht mehr erfolgreich behandelbaren Tumoren überschritten haben.

Dieses Feld der organbegrenzten, heilbaren Karzinome kann nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen erfolg- reich eingegrenzt werden. Denn nur die frühzeitige Diagnose des Prostatakarzinomes ist ein Garant dafür, die Heilungschancen des Patienten zu wahren.

Dr. Susanne Otto | urologenportal

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