Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bahnbrechende Erkenntnisse zum Verständnis von Krebs

14.04.2008
In der aktuellen Ausgabe von 'Nature' veröffentlicht: 'M2-PK' als Schlüsselenzym für Krebsdiagnostik und -therapie identifiziert

Warburg-Hypothese des gleichnamigen Nobelpreisträgers bestätigt / Krebszellen sind an ihrem Stoffwechsel erkennbar / Wissenschaftler der Harvard Medical School berichten über das Enzym 'M2-PK' in zwei Studien im renommierten Fachjournal 'Nature' / M2-PK-Testsystem zum Nachweis sowohl im Blut als auch Stuhlproben bereits verfügbar / Neue vielversprechende Wirkstoffe mit dem Target 'M2-PK' stehen bereit

Die Krebsforschung steht vor einer gravierenden Richtungsänderung.
Krebszellen gewinnen ihre Energie nicht aus dem "Abbau" von Zucker zu Kohlendioxyd und Wasser, sondern aus der Vergärung von Glukose zu Milchsäure. Damit bestätigt sich die vor mehr als 80 Jahren entwickelte Hypothese des deutschen Nobelpreisträgers Otto Warburg, wonach eine veränderte Energiegewinnung im menschlichen Stoffwechsel entscheidend an der Entstehung von Krebs beteiligt ist. Hierbei kommt dem Schlüsselenzym 'M2-PK' (PKM2) eine entscheidende Rolle zu, wie Wissenschaftler der Harvard Medical School in der aktuellen Ausgabe des weltweit renommierten Fachmagazins 'Nature' berichten.

Die Ergebnisse der Untersuchung stellen eine deutliche Richtungsänderung auf dem Gebiet der Krebsforschung dar und bestätigen zugleich frühere Erkenntnisse von Wissenschaftlern wie Warburg, Eigenbrodt und Mazurek, wonach Tumorzellen eine für sie charakteristische Isoform des glycolytischen Schlüsselenzyms Pyruvatkinase exprimieren. M2-PK ist das Synonym sowohl für die dimere als auch tetramere Form des Pyruvatkinase-Isoenzyms Typ M2 (auch PKM2). Die dimere Form der M2-PK überwiegt in Tumorzellen.

... mehr zu:
»M2-PK »Polyp

Testsystem zur Messung der M2-PK im Blut und Stuhl bereits verfügbar

Die M2-PK kann in Stuhlproben zum Screening von kolorektalen Tumoren und im EDTA-Plasma zur Therapie- und Verlaufskontrolle verschiedener Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Zum Nachweis dieses Enzyms stehen hierzu bereits jetzt schon effektive Tests zur Verfügung, die von dem in Gießen ansässigen Unternehmen ScheBo Biotech AG entwickelt wurden und bereits als Testsystem vermarktet werden.

M2-PK-Screening zur Früherkennung von kolorektalen Tumoren und Polypen

Klinische Studien aus Deutschland, England und Irland, in denen der Nachweis der M2-PK im Stuhl als Stoffwechselmarker zur Früherkennung von kolorektalen Tumoren getestet wurde, ergaben für die M2-PK Sensitivitäten zwischen 78% und 97%. Dies bedeutet, dass von 100 an kolorektalen Tumoren erkrankten Personen in den verschiedenen Studien zwischen 78% und 97% durch den Tumor M2-PK Test erkannt wurden. Für Polypen > 1 cm lag die Sensitivität bei 60 %; für Polypen

Mit der Enzym-Methode 'M2-PK' im Stuhl ist es damit ohne den Nachweis von Blut möglich, sowohl sehr sensitiv Darmpolypen als auch Darmtumoren zu erkennen. Der Nachweis ist unempfindlich gegenüber Nahrungsmitteln, eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Es gibt keine falsch positiven Ergebnisse durch Hämorrhoiden oder andere Blutungen im Darm. Nachgewiesen werden damit sowohl blutende als auch nicht blutende Darmpolypen oder Tumoren. Die wissenschaftlichen Ergebnisse stellen eine Richtungsänderung in der Früherkennung von kolorektalen Polypen und Darmkrebs dar.

M2-PK-Messungen zur Therapie- und Verlaufskontrolle bei verschiedenen Tumorerkrankungen

Studien internationaler Arbeitsgruppen haben gezeigt, dass der Gehalt an M2-PK im EDTA-Plasma von Patienten mit Nierentumoren, Lungentumoren, Brusttumoren, Zervikaltumoren, Tumoren des Gastrointestinaltraktes (Oesophagus, Magen, Pankreas, Kolon und Rektum) sowie bei Melanomen signifikant ansteigt und mit dem Stadium der Tumoren korreliert.

Ein wichtiges Anwendungsgebiet des Nachweises der M2-PK im EDTA-Plasma sind Verlaufskontrollen unter der Therapie, die es ermöglichen, den Erfolg oder Misserfolg einer Therapie frühzeitig zu erfassen und Prognosen über die Heilungschancen zu stellen.

Neu entwickelte Wirksubstanzen mit 'M2-PK' als Target blockieren erfolgreich den Krebsstoffwechsel

Die ScheBo Biotech AG ist nicht nur eine pharmazeutische Biotech-Firma, die aktiv in der Entwicklung von in-vitro-Diagnostika ist, sondern hat schon bereits im Vorfeld vielversprechende Wirkstoffkandiaten gegen das Target 'M2-PK'entwickelt, die den Krebsstoffwechsel sequentiell blockieren. Mit diesen neuartigen Wirkstoffen konnten in der Präklinik bereits deutliche Erfolge in der Blockierung von Krebszellen erzielt werden. Das Unternehmen ist äußerst zuversichtlich, dass mit diesem neuen Ansatz ein fundamentaler Brückenschlag für neue Wege in Krebsdiagnostik und -therapie gelungen sei, so Vorstandsmitglied Dr. René M. Kröger.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.schebo.com
http://www.darmkrebstest.de
http://www.metabolic-database.com

Weitere Berichte zu: M2-PK Polyp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen