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Fett-Botenstoff fördert Krebswachstum und Metastasenbildung

18.03.2008
Fette dienen nicht nur als Bausteine für Zellmembranen und als Energielieferanten für Zellen, sondern können auch als Signalmoleküle wirken, indem sie gezielt in zelluläre Prozesse wie Zellteilung und Zelltod eingreifen.

Kürzlich konnte gezeigt werden, dass dem Fett-Botenstoff Sphingosin-1-Phosphat eine mögliche das Krebswachstum fördernde Funktion zukommt. So regt es nicht nur die Zellteilung an, sondern schützt auch aktiv vor Zelltod.

Zudem fördert Sphingosin-1-Phosphat die Migration von Tumorzellen, eine wichtige Voraussetzung für die Metastasierung. Damit eröffnet sich ein vielversprechendes Feld für zukünftige neue Therapieansätze bei Tumorerkrankungen.

In der Arbeitsgruppe von Frau Professor Andrea Huwiler am Institut für Pharmakologie der Universität Bern wird untersucht, ob die zwei Sphingosin-1-Phosphat generierenden Enzyme, die Sphingosinkinase-1 und -2, als neue Angriffspunkte für zukünftige therapeutische Ansätze der Tumorbehandlung dienen können.

In Kulturen von Brustkrebszellen konnte gezeigt werden, dass speziell die Sphingosinkinase-1 durch krebsrelevante Wachstumsfaktoren wie Östrogen, Prolaktin oder den epidermalen Wachstumsfaktor EGF hochreguliert wird und dieses Enzym dann Zellwachstum und Zellmigration fördert.

Gezeigt werden konnte dieses durch genetische Entfernung der Sphingosinkinase 1 in deren Gefolge sowohl das Zellwachstum, als auch die Migration der Krebszellen blockiert wurde. In diesen Kontext passt auch die Beobachtung, dass die Sphingosinkinase-1 in verschiedenen Tumorgeweben im Vergleich zu Normalgewebe verstärkt gefunden wird.

Diese Studien in Bern werden in enger Kollaboration mit Professor Josef Pfeilschifter vom Institut für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main gemacht.

Kontakt: Prof. Dr. A. Huwiler, Bern
Tel: +41 31 632 32 14 Fax: +41 31 632 49 92
e-Mail: Huwiler@pki.unibe.ch
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert die Fortsetzung dieses Forschungsprojekt mit weiteren 160.000 €, nachdem bislang bereits über 145.000 € Fördermittel geflossen sind. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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