Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zum perfekten Sehen geht in die zweite Runde

14.12.2000


Bei einer Tagung in Heidelberg operierten Hornhaut-Chirurgen mit einer revolutionären Methode - Nun werden Patienten für den zweiten Abschnitt der Studie gesucht

Im Rahmen des internationalen Workshops "New Frontiers in Vision and Aberration-Free Refractive Surgery" wurden am vergangenen Samstag laserchirurgische Behandlungen zur Erzielung perfekten Sehens in Heidelberg durchgeführt. Auch international anerkannte Kapazitäten aus den USA und Europa waren dabei operativ tätig. Unter anderem war der Erfinder der Excimerlaser-refraktiven Chirurgie, Prof. Dr. Steve Trokel aus der Columbia University in New York während der Live-Chirurgie und beim anschließenden Vortragsprogramm beteiligt. Der internationale Workshop wurde vom Kirchhoff-Institut für Physik der Universität Heidelberg unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Josef Bille ausgerichtet und von den Firmen 20/10 PERFECT VISION GmbH, Heidelberg, und VISX Inc. Santa Clara, USA, finanziell unterstützt.

Derzeitig findet eine Studie zum perfekten Sehen mittels LASIK-Laserbehandlung in Heidelberg statt. Grundlage des neuen Verfahrens ist die so genannte Wellenfront-Messtechnik, mit der eine Art Landkarte der Fehlsichtigkeiten ("Waveprint") über den gesamten Durchmesser der Pupille gemessen werden kann. Aus der Messung kann eine patientenspezifische chirurgische Korrektur des Auges erfolgen. Im September dieses Jahres wurden in einer ersten Pilotstudie neun Patienten behandelt. Dazu wurden auf Grund der "Waveprint"-Daten patientenspezifische Plastiklinsen hergestellt. Damit konnten die Patienten das zu erwartende Resultat der Laserbehandlung vor der Operation testen. Nur wenn die Plastiklinsen eine überdurchschnittliche Sehschärfe von mindestens 125 Prozent erzielten, führten die Ärzte und Forscher die Behandlung auch durch. Bei allen Patienten wurden mit der Laser-Korrektur sehr gute Ergebnisse erzielt, und bei allen liegen mindestens vier Wochen post-operative Erfahrungen vor.

Initiatoren suchen Patienten für den zweiten Abschnitt der Studie

Hiermit rufen die Initiatoren der Studie zu einem zweiten Abschnitt der Studie zum perfekten Sehen auf, in der insgesamt 50 Patienten behandelt werden sollen. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist eine Kurzsichtigkeit im Bereich bis zu maximal -4 Dioptrien. Dabei darf eine gleichzeitig bestehende etwaige Hornhautverkrümmung maximal 2 Dioptrien Zylinderfehler betragen. Das Alter der Patienten sollte zwischen 20 und 60 Jahren liegen. Die Studie wird nach den Richtlinien der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA ("Food and Drug Administration") durchgeführt und überwacht. Es handelt sich um die weltweit erste kontrollierte Studie, um perfektes Sehen zu erzielen.

Innovative laseroptische Verfahren

Die Anfang 1999 gegründete 20/10 PERFECT VISIONTM Optische Geräte GmbH mit Sitz in Heidelberg entwickelt und produziert unter Einsatz innovativer laseroptischer Verfahren Systeme zur Diagnostik und Therapie von Fehlsichtigkeiten. Die Technologien der Gesellschaft übertreffen die Möglichkeiten heutiger Mess- und Korrekturverfahren deutlich.

Hinter der Gesellschaft steht das gesammelte Know-how der Pioniere dieser neuartigen refraktiven Techniken, was unter anderem durch eine Nominierung für den Zukunftspreis des Bundespräsidenten im Jahre 1999 gewürdigt wurde. Die Gründer des Unternehmens sind Prof. Dr. Josef Bille und Dr. Frieder Lösel. Ziel der Arbeiten ist das perfekte Sehen für jedermann. Perfektes Sehen bedeutet nach Meinung der Wissenschaftler mehr Sicherheit in vielen Situationen unseres Alltags und eine völlig neue Lebensqualität.

Interessenten, die an der zweiten Phase der Studie zum perfekten Sehen als Patienten teilnehmen wollen, wenden sich bitte an Frau Pankrat, Tel. 06221 976597.

Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Josef Bille 
josef.bille@physik.uni-heidelberg.de


oder: Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg 
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops