Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Behandlung von Gehirntumoren noch präziser

18.06.2009
UKJ zieht erstes Fazit nach Einführung einer neuen Bestrahlungstechnik bei Gehirntumoren in Thüringen

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) setzt einen Meilenstein in der Verbesserung der Strahlentherapie von Gehirntumoren. Zum Ende des Jahres 2008 führte die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie eine neue Software für eine besonders exakte Bestrahlung (intensitätsmodulierte Präzisionsbestrahlung) von Tumoren im Schädel- und Kieferbereich ein.

Nach der Behandlung der ersten zehn Patienten mit dieser Art der Strahlentherapie zieht die Klinik ein erstes positives Fazit über die neuartige Verbesserung der Bestrahlungsplanung.

"Das UKJ ist nicht nur das einzige Klinikum in Thüringen, welches die intensitätsmodulierte Präzisionsbestrahlung für Gehirntumoren anbietet. Es verfügt auch über die technischen Voraussetzungen und das Know-how, um die Bestrahlung in einer besonderen Exaktheit zu planen, die bisher nicht möglich war", resümiert der leitende Physiker der Arbeitsgruppe Medizinische Physik der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKJ, Dr. Ing. Tilo Wiezorek. "Das verbesserte Verfahren zur Berechnung der Dosis ermöglicht bei der Radiotherapie und -chirurgie speziell in den Grenzbereichen zwischen Geweben unterschiedlicher Dichte eine genauere Planung der Bestrahlung. Für die Patienten bedeutet dies, dass wir nun eine exaktere Planungsgrundlage besitzen, um gesunde Strukturen in der näheren Umgebung des Tumors besser zu schonen", so Wiezorek weiter.

Die neue Software entwickelte die Firma BrainLab AG München in enger Zusammenarbeit u. a. mit der Gruppe für Medizinische Physik der Jenaer Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Das innovative Verfahren weckte auch das Interesse internationaler Kollegen. Deshalb besuchte im April zum wiederholten Male eine Gruppe von Physikern und Medizinern u. a. aus Japan, Mexiko, Polen und Irland das UKJ, um von den Erfahrungen der Thüringer Kollegen zu profitieren.

Eine weitere technische Neuerung in der Jenaer Strahlentherapie ist die Möglichkeit, besondere Bilder in die Bestrahlungsplanung einfließen zu lassen, die Nervenbahnen sichtbar machen. Diese Form der Magnetresonanztomographie - auch als MRT bekannt - heißt Fiber Tracking und liefert so genannte DTI (Diffusor Tensor Imaging)-Datensätze. Beim Einbinden dieser DTI-Daten profitiert das Team um Dr. Wiezorek von der engen Zusammenarbeit mit den Kollegen der Medical Physics Group des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKJ.

Kontakt:
Dr.-Ing. Tilo Wiezorek
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsklinikum Jena
07743 Jena, Bachstr.18
Tel.: +49-3641-934004
Fax.: +49-3641-934233

Daniela Kollascheck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics