Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atemwegsreinigung über Nacht: „Inhalative Allergenvermeidung“ lindert Asthma im Schlaf

08.12.2011
Asthma: Atemwegsreinigung über Nacht
Effektiv ohne Nebenwirkungen: „Inhalative Allergenvermeidung“ im Schlaf
RUB-Medizin: Neue Behandlungsmethode für Patienten mit allergischem Asthma

Die Symptome einer schweren allergischen Asthmaerkrankung lassen sich gezielt im Schlaf behandeln: Eine große europäische Studie unter Beteiligung des Klinikums der RUB belegt, dass die „inhalative Allergenvermeidung“ durch einen Luftreiniger am Bett effektiv und ohne Nebenwirkungen hilft. Die Behandlung basiert auf einer in Schweden patentierten Technologie. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im renommierten britischen Medizinfachjournal „Thorax“.


Protexo von Airsonett
Foto: Airsonett


Protexo steht neben dem Bett
Foto: Airsonett

Von München bis Trondheim getestet

An der europäischen Multi-Center-Studie nahmen 282 Kinder und Erwachsene teil. Die Studie lief an 19 Zentren in sechs Ländern – von München im Süden bis Trondheim im Norden. Beteiligte Studienzentren in Deutschland waren die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef-Hospital (Direktor: Prof. Dr. Eckard Hamelmann), die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marien-Hospital Wesel, das Haunersche Kinderhospital der Ludwig Maximilians Universität München und die Universitätsklinik Rostock.

Gereinigte Luft verdrängt Allergene

Menschen mit schweren Asthmasymptomen leiden häufig unter Schlafproblemen aufgrund ihrer beeinträchtigten Atmung. Der Luftreiniger ist ein medizinisches Hilfsmittel, das neben dem Bett steht. Es befreit die Atemluft von Allergenen und baut durch temperaturgesteuerte gleichmäßige (laminare) Luftströmungen eine nahezu allergenfreie Schutzzone um den Kopf des Patienten auf. Die leicht gekühlte, hoch aufgereinigte Luft mit einem Temperaturunterschied von ca. 0,8°C verdrängt dabei die allergenhaltige Umgebungsluft. Interessant ist dieser Ansatz vor allem für Patienten, die unter schweren und häufigen Symptomen ihrer Asthmaerkrankung leiden.

Nächtliche Erholung verbessert die Lebensqualität

Durch die lang anhaltenden allergenfreien Phasen kann sich der Patient während der Nacht erholen, was gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Situation tagsüber hat. Die Therapie mit dem neuartigen Medizinprodukt namens „Protexo“ zeigte nachweislich gute Behandlungserfolge für Patienten, die an einem ganzjährigen allergischen Asthma leiden und zum Beispiel gegen Hausstaubmilben, Katzen, Hunde oder Pilzsporen sensibilisiert sind. Prof. Eckard Hamelmann schätzt, dass mindestens fünf Prozent seiner Patienten mit ganzjährigem allergischem Asthma eine unzureichende Kontrolle der Symptome aufweisen: „Diese Patienten brauchen weitere Behandlungsmöglichkeiten, um ihre Symptome zu kontrollieren und häufige Anfälle zu vermeiden. Die neuartige Methode kann als begleitende Therapie sicher gute Dienste leisten.“

Titelaufnahme

R.J. Boyle, C. Pedroletti, M. Wickman et al.: Nocturnal temperature controlled laminar airflow for treating atopic asthma: a randomised controlled trial. Thorax (2011), doi:10.1136/thoraxjnl-2011-200665

Weitere Informationen

Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum, St. Josef-Hospital, Alexandrinenstr. 5, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-2610, e.hamelmann@klinikum-bochum.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie