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Alzheimer: Bluttest erkennt Krankheitsanzeichen

10.01.2011
Künstliche Moleküle suchen nach Antikörpern

Ein neues Verfahren könnte eines Tages zur Entwicklung eines Bluttests für Alzheimer führen. Wissenschaftler des Scripps Research Institute setzten Tausende künstliche Moleküle ein, um nach der Krankheit zu "fischen". Das Team um Thomas Kodadek hofft, dass dadurch auch andere Krankheiten wie Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs früher diagnostizierbar werden.

Das neue Verfahren beruht auf der Fähigkeit des Immunsystems, fremde Materie zu erkennen. Die Proteine von Viren und Bakterien werden als fremd erkannt und entsprechende Antikörper gebildet. Das gilt laut den Forschern auch für Alzheimer. Kann man auf Antikörper testen, kann man auch Tests auf das Vorhandensein einer bestimmten Krankheit durchführen. Das hat zwar Tradition und klingt einfach, ist dennoch sehr schwer umzusetzen.

15.000 synthetische Peptide

Die Wissenschaftler entnahmen jeweils sechs Patienten mit Alzheimer, Parkinson und sechs gesunden Menschen Blutproben. Mit der Hilfe von 15.000 synthetischen Peptiden "fischten" sie dann nach den Antikörpern. In diesem sehr kleinen Sample konnten zwei Antikörper identifiziert werden, die Alzheimerpatienten identifizierten.

Es gelang zusätzlich auch, erfolgreiche Tests mit Mäusen für eine Krankheit durchzuführen, die der Multiplen Sklerose beim Menschen ähnlich ist. Daher hoffen die Wissenschaftler, dass das Verfahren auch bei anderen Krankheiten eingesetzt werden kann.

Einsetzbar bei vielen Krankheiten

Kodadek erklärte, dass dieses Verfahren für eine ganze Reihe von Krankheiten eingesetzt werden kann. Jetzt müssten Experten feststellen, bei welchen Krankheiten eine frühe Diagnose von entscheidender Bedeutung ist, schreibt BBC.

Es verstehe sich von selbst, dass ein so einfaches Diagnoseverfahren die größte Wirkung bei Krankheiten habe, bei denen die Früherkennung entscheidende Auswirkungen auf die Behandlung hat. Dazu gehörten zum Beispiel verschiedene Krebsarten. Die Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob das Verfahren auch bei Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt werden kann. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Cell veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.scripps.edu
http://www.cell.com

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