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Aggressive Formen des Mammakarzinoms gezielter erkennen und behandeln

27.10.2008
Neue Untersuchungsmethoden ermöglichen es dem Pathologen, besonders aggressive und gefährliche Vertreter des Mammakarzinoms zu erkennen. Das Ziel sind individualisierte Therapien, durch die Patientinnen eine auf ihren Tumor zugeschnittene Therapie erhalten.

Experten diskutieren auf der 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, inwieweit die Molekularbiologie heute schon zur Identifizierung dieser unterschiedlichen Typen beitragen kann.

Nach jeder Brustkrebsoperation wird der entfernte Tumor von einem Pathologen feingeweblich untersucht. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob sich bereits Tochtergeschwulste, also Metastasen, in den Lymphknoten gebildet haben. Auch der Tumor selbst verrät häufig, wie aggressiv er sich entwickelt.

Das Urteil des Pathologen entscheidet, ob die Operation die ausreichende Therapie ist, die den Krebs geheilt hat oder ob eine für die Patientin belastende Chemotherapie oder eine Strahlentherapie notwendig ist. Diese Unterscheidung sicher zu treffen, ist eine der größten ungelösten Probleme in der Behandlung des Mammakarzinoms, sagt Professor Dr. med. Hans Kreipe, Tagungspräsident und Direktor des Instituts für Pathologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Dieses Problem könnte durch eine neue Untersuchungsmethode, dem sogenannten Genprofiling gelöst werde: Pathologen suchen dabei die nach Genen, die kennzeichnend für die Aggressivität einer Krebserkrankung sind. Ein erster derartiger Test wurde kürzlich in den USA eingeführt. Sein Ergebnis nimmt direkten Einfluss auf die Therapie. Diese besteht heute nicht mehr nur in der Gabe von Zytostatika, die ungezielt Tumorzellen zerstören. Immer häufiger kommen Medikamente zum Einsatz, die bestimmte Zielmoleküle im Tumor angreifen. "Der therapeutische Schlag soll gegen die Achillesferse eines Tumors gerichtet werden", sagt Kreipe. Die Aufgabe des Pathologen bestehe in Zukunft darin, mögliche Zielmoleküle im Tumor zu erkennen. Inwiefern dies heute schon möglich ist, wird nach Auskunft des Experten derzeit in klinischen Studien in Deutschland untersucht.

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Silke Jakobi
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TERMINHINWEISE:
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie
Stuttgart, 30. Oktober bis 1. November 2008
ICS Internationales Congresscenter Stuttgart
Messepiazza, 70629 Stuttgart
Kongress-Pressekonferenz
anlässlich der 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Raum C6.1, 13.00 bis 14.00 Uhr
Von der Pathologie zur Molekularpathologie - neue Standards?
Freitag, den 31. Oktober 2008
Raum C4, 10.45 bis 12.15 Uhr
Highlights der S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie
des Mammakarzinoms
Samstag, 1. November 2008
Raum C5, 9.00 bis 10.30 Uhr
Raum C5, 11.00 bis 12.30 Uhr

Stefanie Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.senologiekongress.de
http://www.senologie.org

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