Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ab sofort möglich: Pollenflug auf einen Blick erfassen

28.04.2009
Bundesforschungsministerin Schavan eröffnet Pollenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg / Wichtiger Service für Allergiker

Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete am Montag die Pollenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg. Bis Ende 2011 wird in Deutschland ein Messnetz von fünfzehn automatischen Pollenmonitoren aufgebaut.

Diese Geräte, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) Sankt Augustin und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) Hannover entwickelt wurden, melden aktuelle Daten an die Zentrale in Freiburg. Damit liegt jederzeit ein detailliertes Bild über die aktuelle Pollenbelastung in Deutschland vor, das in dieser Vollständigkeit noch nie verfügbar war.

Die Beobachtungsdaten werden anschließend mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet.

Annette Schavan: "Auf dieser Grundlage kann die Lebensqualität von zwölf Millionen Pollenallergikern in Deutschland entscheidend verbessert werden. So schnell und so umfassend kann weltweit nirgends sonst über das jeweilige Pollenaufkommen informiert werden. Allergiker können auf Basis dieser Information umgehend gezielte Maßnahmen gegen ihre allergische Reaktionen ergreifen. Das lindert die teilweise sehr starken Beeinträchtigungen, unter denen Pollenallergiker leiden. Die Pollenflugzentrale ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Forschung ganz konkret für die Steigerung unserer Lebensqualität eingesetzt werden kann."

Die Effektivität der vollautomatischen Pollenanalyse wurde in einem vierjährigen Forschungsprojekt demonstriert, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wurde. Das mittelständische Unternehmen Helmut Hund GmbH aus Wetzlar hat im Anschluss an diese Forschung dann den weltweit ersten vollautomatischen Pollenmonitor BAA (Bio-Areosol-Analysator) entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Der erste vollautomatische Pollenmonitor der Welt
Die Pollenallergie ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden: 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet alljährlich während der Blüte einer breiten Palette von Pflanzen unter den Folgen einer Pollenallergie. Das reicht von brennenden Augen und lästigem Niesreiz bis zum lebensbedrohlichen Schock. Jede Allergie ist dabei individuell ausgeprägt. Der eine reagiert auf Birke und Erle, die andere auf Hasel, Weizen oder Gräser. Für Pollenallergiker ist es daher wichtig, genau zu wissen, wann die quälenden Pollen fliegen. Je exakter die Daten über Pollenarten und -konzentrationen sind, desto gezielter können Allergiker Gegenmaßnahmen ergreifen und etwa ihre tägliche Medikamentendosis abstimmen. Der Wunsch der Betroffenen: aktuelle und regional spezifizierte Informationen.

Allergiker verfolgen die seit fast 30 Jahren angebotenen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in Tageszeitungen und anderen Medien. Doch die hierfür seit den 50-er Jahren eingesetzten sogenannten Burkhard-Fallen sind zu langsam, zu aufwändig und zu umständlich. Herzstück des neuen vollautomatischen Pollenmonitors ist dagegen die Kombination eines speziellen Fluoreszenzmikroskops und modernster Informationstechnologien.

Diese modernsten Geräte melden ihre Ergebnisse an die Zentrale in Freiburg. Den Meteorologen steht das Auswerteergebnis stündlich in Form einer Matrix inklusive aller relevanten Umweltdaten wie etwa Luftdruck, Temperatur und relativer Feuchte zur Verfügung. Damit wird jederzeit ein detailliertes Bild der aktuellen lokalen Pollenbelastung in Deutschland erstellt. Diese Beobachtungsdaten werden anschließend mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet. Damit ist es endlich möglich, Allergiker sehr schnell über die ihn betreffenden Allergene zu informieren.

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.dwd.de
http://www.fit.fraunhofer.de/
http://www.bmbf.de/press/2530.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE