Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

500 Thüringer erkranken jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs

18.06.2013
Experten der UKJ-Hautklinik mahnen zu verantwortungsvollem Umgang mit der Sonne

UV-Strahlen durch die Sonne und Solarien zählen zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren für das Entstehen von Hautkrebs.

„Wenn dieser aber frühzeitig erkannt wird, können die meisten Patienten geheilt werden“, so Dr. Steven Goetze, Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Seit Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf das so genannte „Hautkrebs-Screening“. Wenn bei dieser Vorsorgeuntersuchung, die auch Allgemeinmediziner vornehmen können, Veränderungen der Haut auffallen, kommen die Patienten zu den Experten der Jenaer Hautklinik.

„Wir haben in unserer Klinik beim malignen Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs, zwischen 70 und 90 Neuerkrankungen pro Jahr“, so Dr. Goetze. In ganz Thüringen erkranken etwa 500 Menschen jedes Jahr neu daran. Nach den aktuellsten Zahlen des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer liegt das maligne Melanom bei Männern in Thüringen an 9. Position der häufigsten Krebserkrankungen, bei Frauen sogar an 5. Stelle. Seit Einführung des Screenings ist die Zahl der diagnostizierten Fälle deutlich angestiegen, was jedoch daran liegt, dass der Hautkrebs in einem früheren Stadium erkannt wird. „Dennoch ist die Tendenz steigend“, so Dr. Goetze.

„Wenn der Verdacht auf ein malignes Melanom besteht, bestellen wir die Patienten so schnell wie möglich ein“, so Dr. Goetze. Das Melanom wird komplett herausgeschnitten und feingeweblich untersucht. „Die Eindringtiefe in die Haut wird dabei ganz genau ausgemessen“, so Dr. Goetze. Beträgt sie weniger als zwei Millimeter, wird eine Nachoperation mit einem Zentimeter Sicherheitsabstand vorgenommen. Bei mehr als zwei Millimetern Tumordicke erfolgt die Nachoperation mit zwei Zentimetern Sicherheitsabstand. „Wir bieten unseren Patienten hier alles unter einem Dach – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge, die beim Hautkrebs eine wichtige Rolle spielt“, so Dr. Goetze.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist im Sommer richtiges Verhalten gefragt. „Der beste Schutz für unsere Haut ist, verantwortungsvoll mit der Sonne umzugehen“, sagt Dr. Goetze. An warmen Tagen sollten wir die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr am besten meiden. „Auch im Schatten kann die UV-Belastung dann noch bei 50 Prozent liegen“, so Dr. Goetze. Einen guten Schutz bietet lange, weite Kleidung. „Es muss kein dicker Stoff sein, er sollte jedoch engmaschig gewebt sein“, so Dr. Goetze. Ein gutes Beispiel seien die Tuarek, deren lange Kleidung oft sogar in dunklen Farben gehalten ist.

Sonnencremes stehen beim Schutz der Haut hinter dem Verhalten und der Kleidung erst an dritter Stelle. Menschen mit heller Haut wie die meisten Nordeuropäer sollten zu Produkten mit dem Lichtschutzfaktor 50 greifen. „Das Problem dieser Angaben besteht jedoch darin, dass sie für deutlich größere Mengen Creme gelten als man normalerweise benutzt“, so Dr. Goetze. Der Schutz sinke bei geringeren Mengen jedoch rapide. Wichtig sei neben der ausreichenden Menge, sich mehrfach einzucremen – auch bei Produkten, die als wasserfest deklariert sind. Da bei kleinen Kindern die erste Hautschicht noch nicht so ausgeprägt ist wie bei Erwachsenen, brauchen sie im Sommer einen ganz besonderen Schutz. „Die Haut vergisst nie“, so Dr. Goetze. Wer als Kind mehrfach Sonnenbrand erleidet, hat später ein höheres Risiko, Hautkrebs zu entwickeln. Generell, so der Experte, altert die Haut schneller, wenn sie oft der Sonne ausgesetzt ist.
„Doch es wäre falsch, die Sonne komplett zu verdammen“, so Dr. Goetze. „Wir brauchen sie für unsere Vitamin-D-Produktion.“ Auch unser Schlaf-Wach-Rhythmus werde vom Licht gesteuert. „Und wir fühlen uns einfach wohl in der Sonne“, so Dr. Goetze. Nicht ohne Grund liege die Selbstmordrate in Ländern mit langen, dunklen Wintern deutlich über der in sonnenreichen Gegenden. In bestimmten Fällen kann Sonne auch heilen, so werden Patienten mit Schuppenflechte oder Neurodermitis in der Hautklinik beispielsweise gezielt mit verschiedenen UV-Therapien behandelt.

Kontakt:
Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena
Hauttumorzentrum
Erfurter Straße 35
07740 Jena
Oberarzt Dr. Steven Goetze

Stefan Dreising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie