Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

18-Flourid-PET als kassenärztliche Leistung während nuklearmedizinischem Versorgungsengpass anerkannt

24.10.2008
Die bisher nicht als Kassenleistung anerkannte 18-Fluorid-PET soll als alternative Untersuchungsmethode während des Versorgungsengpasses in der Nuklearmedizin eingesetzt werden. Dies resultiert aus Maßnahmen, die das Bundesministerium für Gesundheit ergriffen hat, um dem gravierenden Versorgungsnotstand entgegenzuwirken.

Das bildgebende Verfahren könnte die Skelettszintigraphie mit Technetium-99m ersetzen, das zurzeit nur in geringen Mengen produziert werden kann. Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesumweltministerium hatten bereits die entsprechenden Genehmigungsvoraussetzungen geschaffen.

Nun liegt auch der erforderliche Entscheid der Krankenkassen für die vorübergehende Kostenerstattung für 18-Fluorid-PET vor. Damit können alle nuklearmedizinischen Einrichtungen, die über einen PET-Scanner verfügen, das Verfahren für die Zeit des Engpasses entsprechend anwenden.

"Durch diese Maßnahme können die nuklearmedizinischen Einrichtungen eine ausreichende Notversorgung sicher stellen", so Professor Andreas Bockisch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. "Daran anknüpfend sollten unbedingt langfristige Lösungen gefunden werden, die einen erneuten Engpass vermeiden." Die Produktion des Nuklids 18-Fluorid erfolgt in Zyklotronen, die aufgrund der hohen Forschungsaktivität der deutschen Nuklearmedizin flächendeckend installiert sind.

Der Versorgungsengpass wird noch bis Mitte Februar 2009 andauern. Dies ergab ein Expertengespräch, das auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) und der European Association for Nuclear Medicine (EANM) während des europäischen Nuklearmedizin-Kongresses in München stattfand. An diesem Treffen nahmen Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der International Atomic Energy Agency (IAEA), der European Medicines Agency (EMEA), verschiedener EU-Gremien sowie der DGN und der EANM teil.

Seit zwei Monaten bedroht der europaweite Ausfall mehrerer Reaktoren die Gesundheit tausender Patienten. Der Versorgungsausfall liegt aktuell bei 40 Prozent. Das Isotop Molybdän-99m wird in Europa aufgrund technischer Ausfälle zurzeit nur in einem der drei europäischen Reaktoren in Frankreich produziert. Die abschließende Aufbereitung des Isotops in Belgien ist wegen Produktionsstillständen nicht möglich. Die zuständigen EU-Gremien haben im Eilverfahren Maßnahmen ergriffen, um den Aufbereitungsprozess in einer geeigneten Anlage in den Niederlanden durchzuführen.

Aktuelle Informationen stehen auf der Homepage der DGN http://www.nuklearmedizin.de zur Verfügung.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Julia Schilling
c/o vokativ GmbH - alte und neue Medien
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. +49.(0)551.48857-402, office@nuklearmedizin.de

Julia Schilling | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Berichte zu: 18-Flourid-PET DGN EU-Gremien Isotop Nuklearmedizin Reaktor Versorgungsengpass

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics