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18 dialysefreie Jahre für Patienten mit Alport-Syndrom durch ACE-Blockade

17.06.2013
Nierenpatienten, die am Alport-Syndrom leiden, können durch frühzeitige Therapie mit dem ACE-Hemmer Ramipril den Dialysebeginn um 18 Jahre verzögern.

Das ist das Ergebnis einer Beobachtungsstudie mit Nierenspezialisten aus der ganzen Welt unter führender Beteiligung der Universität Witten/Herdecke. Gestützt auf langjährige tierexperimentelle Untersuchungen haben Prof. Dr. Manfred Weber von den Kliniken der Stadt Köln, einem Klinikum der Universität Witten/Herdecke, und Prof. Dr. O. Gross, ehemaliger Mitarbeiter der Kölner Arbeitsgruppe, jetzt Universität Göttingen, diese klinische Untersuchung initiiert und durchgeführt.

In der mehrjährigen, multizentrischen Beobachtungsstudie konnten die Forscher zeigen, dass der harte Endpunkt „Dialysepflichtigkeit“ vom 22. Lebensjahr auf das 40. Lebensjahr hinausgeschoben werden konnte. Die Arbeit wurde veröffentlicht in der Fachzeitschrift Kidney Int 81(5): 494-501, 2012 und Kidney Int. 81(8): 779-783, 2012.

Das Alport-Syndrom ist eine Erkrankung mit Nierenbeteiligung und Innenohrschwerhörigkeit. Typisch für sie sind Erbgutveränderungen im COL4A5 Gen, welches für die alpha5-Kette des Typ IV Collagens kodiert. Histologisch findet man eine progrediente Zunahme von Bindegewebsproteinen im Glomerulus und im Niereninterstitium. „Diese Beschreibung der Krankheitsentwicklung bedeutet für den Patienten, dass im Mittel mit 22 Jahren seine Nieren versagen und er dauerhaft auf eine Blutwäsche, also Dialyse, angewiesen ist“, beschreibt Prof. Weber das Krankheitsbild.
Seine Arbeitsgruppe hatte bereits in der Vergangenheit zeigen können, dass ACE-Hemmer, also eigentlich Mittel gegen Bluthochdruck, im Mausmodell das Nierenversagen um 100% verzögern und zwar durch Blockade der Bindegewebsvermehrung. Eine Blutdrucksenkung scheint hingegen keine Rolle zu spielen. Die jetzt vorliegende Arbeit zeigt den herausragenden Erfolg einer frühzeitigen Therapie mit den ACE-Hemmern auch beim Menschen – mit durchschnittlich 18 dialysefreien Lebensjahren sicher ein großer Gewinn.

Die Studie wurde 2012 mit dem „Präventionspreis Innere Medizin“ der „Deutschen Stiftung Innere Medizin“ www.stiftung-innere-medizin.de und der „Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin“ www.dgim.de ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und wurde im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Internistenkongresses in Wiesbaden feierlich überreicht.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Manfred Weber, 0221-8907-3200, manfred.weber@uni-koeln.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

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Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
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