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Seide verspricht günstige Displays

07.03.2011
Transistor-Material für E-Reader und OLEDs

Taiwanesische Forscher haben gezeigt, dass Seidenproteine gut zur Herstellung organischer Dünnschicht-Transistoren geeignet sind, also beispielsweise für E-Reader oder OLED-Displays. Die Seiden-Transistoren versprechen bessere Leistung und deutlich günstigere flexible Displays, so Hwang Jenn-Chang, Professor für Materialwissenschaften an der National Tsing Hua University. Er schätzt, dass in zwei Jahren erste Seiden-Elektronik auf den Markt kommen könnte.

Seidige Super-Transistoren

Die Wissenschaftler haben in ihrer Arbeit Seidenfibroin, den Hauptbestandteil der Textilfaser, in Elektronik verwendet. Das Protein dient ihnen als Gatedielektrikum, also isolierender Bestandteil der Transistoren, die zudem einen gängigen organischen Halbleiter nutzen. Die in der Praxis wichtige Ladungsträgerbeweglichkeit liegt bis zu 20 mal höher als bei bisherigen organischen Transistoren, berichtet die taiwanesische Central News Agency. Somit stellt die Seiden-Ausführung schnellere und leistungsfähigere Elektronik-Produkte in Aussicht stellt.

Zudem ist Seide gerade in Taiwan leicht erhältlich und preisgünstiger als bisher verwendete Materialien, was die neue Technologie angesichts des allgemeinen Preisdrucks beispielsweise bei E-Readern wirtschaftlich interessant macht. Das gilt umso mehr, da organische Dünnschicht-Transistoren flexible Elektronik in Aussicht stellen. Die Forscher haben neben den E-Book-Lesern zunächst auch OLED-Displays als mögliches Anwendugsgebiet der Seiden-Transistoren ins Auge gefasst. Für andere Ideen gibt sich das Team aber offen.

Baldige Umsetzung

Die Arbeit an den Seiden-Transistoren wird in einem aktuell online vorveröffentlichten Beitrag im Journal Advanced Materials beschrieben. Doch Hwangs zufolge haben bereits taiwanesische Elektronikhersteller ihr Interesse an der zum Patent angemeldeten Technologie bekundet. Demnach führt man bereits konkrete Gespräche über die Nutzung. Endkunden-Produkte werden dem Wissenschaftler zufolge aber wohl noch zwei bis drei Jahre auf sich warten lassen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.nthu.edu.tw/english

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