Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneiden mit dem Wasserstrahl

23.10.2009
Selbst gebaute Anlage eingeweiht

Ein Wasserstrahl, unter Hochdruck appliziert, schneidet alles, was ihm vor die Düse kommt - vom Gummi bis zum Stahl. Mit einer solchen Anlage kann nun auch die Hochschule Ulm aufwarten.

Erstellt wurde sie auf der Basis von Konstruktionsarbeiten Studierender am Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung (IFW). Die Bearbeitungstechnik des Wasserstrahlschneidens soll künftig stärker in das Ingenieurstudium eingebunden werden.

Das Schneiden mit dem Wasserstrahl ist ein Trennverfahren, mit dem nahezu alle Materialien in den unterschiedlichsten Dicken getrennt werden können, ohne dass beispielsweise Randzonen des zu bearbeitenden Gegenstandes durch thermische Beeinflussung geschädigt werden. Der Strahl kann so präzise geführt werden, dass selbst filigrane Strukturen im Zentelbereich herstellbar sind. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schneidtechniken: Entweder wird der reine Wasserstrahl eingesetzt (Rein-Wasserstrahlschneiden) oder ein Wasserstrahl, dem ein Schleifmittel zugesetzt ist (Abrasiv-Wasserstrahlschneiden).

Die Anlage im IFW kann für beide Verfahren genutzt werden. Sie wurde in Portalbauweise erstellt und mit einer modernsten CNC-Steuerung sowie einer industriellen Hochdruck-pumpe mit entsprechenden Schneidköpfen ausgestattet. Es steht ein Arbeitsraum von 1000 x 1000 mm zur Verfügung. Das Projekt wurde auf verschiedenste Weise durch Unternehmen unterstützt. So konnten im Rahmen eines Forschungsauftrages durch die Wieland-Werke AG in Ulm zum Thema Wasserstrahltechnik entsprechende Finanzmittel erwirtschaftet werden. Die Siemens AG stellte eine CNC-Steuerung neuester Generation zur Verfügung, die Firma HYDAC Cooling lieferte das Kühlaggregat. Die Unternehmen Bystronic Laser AG, G. Muhsal Steuerungstechnik, item Industrietechnik und Allfi Wasserstrahltechnik ermöglichten die Beschaffung weiterer notwendiger Komponenten.

Bei der Wasserschneidtechnik handelt es sich um ein hochwirtschaftliches Verfahren, das in fast jeder Branche angewendet wird - im Maschinen und Fahrzeugbau ebenso wie in der Textilindustrie oder der Elektronik. "Auch bei der Bearbeitung von Feinststrukturen und in der Medizintechnik hat der Wasserstrahl als Werkzeug bereits Einzug gehalten", so Professor Dr.-Ing. Michael Kaufeld, der für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Das Schneiden mit dem reinen Wasserstrahl und einem Arbeitsdruck von ca. 3000 bar eignet sich vor allem für die Bearbeitung von weichen Materialien wie Gummi, Papier oder Schaumstoff. Das Abrasiv -Wasserstrahlschneiden mit einem Arbeitsdruck von ca. 4000 bar wird dagegen für harte Materialen wie Stahl und Stein sowie bei faserverstärkten Kunststoffen eingesetzt. Dass die Thematik des Wasserstrahlschneidens für die Industrie von höchstem Interesse ist, zeigte die Resonanz auf das zur Einweihung veranstaltete Symposium. Der Einladung waren mehr als 120 Gäste aus Industrie und Wirtschaft gefolgt.

Dr. Ingrid Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten