Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Akzent in der Forschungslandschaft

28.04.2014

Eröffnung des Projekthauses NanoBioMater

Biokompatible Funktionsmaterialien für die Medizintechnik, Diagnostik und Umweltanalytik stehen im Fokus des neuen Projekthauses NanoBioMater, das an der Universität Stuttgart am 25. April 2014 feierlich eröffnet wurde. Forscher aus Naturwissenschaften, Materialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften werden darin künftig gemeinsam neuartige Biohybridmaterialien entwickeln.


NanoBioMater

Universität Stuttgart

Drei Viertel der Fördermittel, 750.000 Euro, kommen von der Carl-Zeiss-Stiftung Stuttgart, mit 250.000 Euro unterstützt die Universität Stuttgart den interdisziplinären Ansatz. Das Projekthaus baut auf gemeinsamen Vorarbeiten der Projektpartner auf, die in den Jahren 2009 bis 2013 mit insgesamt 600.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg unterstützt wurden.

„Wir freuen uns, mit diesem Projekt innovative Forschungsstrukturen an der Universität Stuttgart gezielt fördern zu können“, begrüßt Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität, den offiziellen Auftakt von NanoBioMater und dankt der Carl-Zeiss-Stiftung für ihr Engagement.

Prof. Hans-Joachim Werner, Prorektor für Struktur und Forschung der Universität Stuttgart, betonte in seiner Festansprache, dass das Projekthauses zu einer verstärkten Integration von Natur- und Ingenieurwissenschaften an der Universität Stuttgart führen wird und erklärte: „Das übergeordnete wissenschaftliche Ziel der Forschungspartner besteht darin, bestehende Forschungseinheiten in eine neue Organisationsstruktur zu integrieren, die interdisziplinäre Entwicklungen im Bereich der weichen Funktionsmaterialien ermöglicht, welche für spätere klinische Anwendungen von besonderem
Interesse sind.“

„Unser Projekt soll längerfristig in einen Forschungsverbund münden, doch jetzt sind wir alle zunächst einmal froh darüber, dass unser NanoBio-Projekthaus für vier Jahre finanziell auf stabilen Füßen steht“, unterstrich Prof. Sabine Laschat, Leiterin des Instituts für Organische Chemie (IOC) der Uni Stuttgart, die gemeinsam mit Prof. Thomas Hirth, dem Leiter des Institutes für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie (IGVP) das Vorhaben federführend vorangetrieben hat.

Die wissenschaftliche Aufmerksamkeit gilt synthetisch-biogenen Hybrid-Hydrogelen. Dies sind sehr weiche, wasserhaltige Materialien aus unterschiedlichen Kombinationen chemischer und biologischer Bausteine, herstellbar in nahezu beliebigen Strukturen und Formen. Sie bieten damit einen idealen Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer komplexer Biomaterialien.

„Diese Hydrogele ähneln den Geweben im menschlichen Körper und können als Basis für die Entwicklung von Organersatz dienen“, erklärt Prof. Günter Tovar vom IGVP, der gemeinsam mit Prof. Christina Wege vom Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme (IBBS) in einem Kernteam das Projekthaus koordiniert. Nicht nur in der Biomedizin bieten die Hybrid-Hydrogele neue Chancen, auch in der miniaturisierten Diagnostik von Umwelt-, Lebensmittel- und Medizinanalytik eröffnen sie neue Möglichkeiten. „Nano-Bausteine aus der Welt der Pflanzenviren dienen als Gerüstkomponenten, die dem Hydrogel Stabilität und sensorische oder bioaktive Eigenschaften verleihen sollen“, umschreibt Biologin Wege die Wirksamkeit des Projekthaus-Ansatzes.

Neuartig ist nicht nur der Forschungsgegenstand des Projekthauses NanoBioMater, sondern auch die Art der Zusammenarbeit: Vier interdisziplinär arbeitende Postdoktoranden sorgen als Teamleiter in gemeinsamen Labors für den Input aus unterschiedlichen Fachperspektiven. Zudem stehen die vier Forscher gemeinsam mit den involvierten Professoren für eine intensive Vernetzung der beteiligten universitären Institute, da sie jeweils noch an zwei weiteren Instituten angesiedelt sind.

Eine wertvolle Bereicherung des Projekthauses bietet neben den direkt beteiligten Instituten IBBS, IGVP, IOC sowie den Instituten für Materialwissenschaft (IMW), für Physikalische Chemie (IPC), für Polymerchemie (IPOC) und für Technische Biochemie (ITB) das enge Netzwerk aus weiteren kooperierenden Instituten im Umfeld, von der Physik bis hin zum Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme sowie zahlreichen externen Kooperationspartnern in der Region Stuttgart und dem ganzen Bundesgebiet. Dabei spielen nicht nur wissenschaftliche Einrichtungen eine besonders wichtige Rolle, auch Wirtschaftsunternehmen sind mit dem Projekthaus NanoBioMater gut vernetzt.

Den Gastvortrag bei der feierlichen Eröffnung hielt Prof. Tanja Weil, Leiterin des Institutes für Organische Chemie, Lehrstuhl Makromolekulare Chemie und Biomaterialien der Universität Ulm zum Thema "Schaltbare Biopolymere aus biogenen Bausteinen für medizinische Anwendungen".

Weitere Informationen:
Prof. Günter Tovar, Universität Stuttgart, Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie (IGVP), Tel. 0711/970-4109, E-Mail: Guenter.Tovar@igvp.uni-stuttgart.de


Prof. Christina Wege, Universität Stuttgart, Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme (IBBS), Tel. 0711/685-65073, E-Mail: Christina.Wege@bio.uni-stuttgart.de


Dr. Hans-Herwig Geyer, Universität Stuttgart, Leiter Hochschulkommunikation und Pressesprecher, Tel. 0711/685-82555, E-Mail: hans-herwig.geyer@hkom.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Ventile für winzige Teilchen
23.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Advanced Materials: Glas wie Kunststoff bearbeiten
18.05.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics