Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnesium für die Nasennebenhöhle

17.12.2010
Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität Hannover entwickelt resorbierbare Gefäßstütze innerhalb des Sonderforschungsbereichs 599 „Biomedizintechnik“

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt von der Medizin zur Werkstoffkunde: Jan-Marten Seitz, Maschinenbau-Ingenieur im Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität Hannover, hat ein Verfahren zur Herstellung von im Körper resorbierbaren Stents – Gefäßstützen - entwickelt.

Seit drei Jahren beschäftigt sich der 28-Jährige mit diesen Stents, die speziell für die HNO-Chirurgie geschaffen worden sind, um in Hohlorgane wie etwa Nasennebenhöhlen eingesetzt zu werden. Das Besondere daran: Nach etwa fünf bis sechs Wochen baut sich der Stent selbst ab. Derzeit werden nicht resorbierbare Stents beispielsweise aus Silikon für Operationen der Nasennebenhöhlen verwendet.

Diese verbleiben entweder im Körper, was zu Unannehmlichkeiten beim Patienten führen kann, oder müssen anschließend wieder entfernt werden. Dadurch kann es zur Trauma- und Narbenbildung kommen.

Das Forschungsvorhaben erfolgt innerhalb des interdisziplinären Sonderforschungsbereichs 599 "Biomedizintechnik": Seit acht Jahren kooperieren darin auch drei hannoversche Hochschulen: die Leibniz Universität, die Medizinische Hochschule sowie die Stiftung Tierärztliche Hochschule.

Mittlerweile haben die Forscher den Stent aus der speziellen Magnesium-Legierung patentieren lassen. Bis er auch am Menschen Anwendung findet, kann es allerdings noch einige Jahre dauern. "Hierbei handelt es sich um ein Medizinprodukt, das streng geregelte Testverfahren innerhalb mehrerer Studien durchlaufen muss, das ist ein langwieriger Prozess", sagt Prof. Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Bach, Leiter des Instituts für Werkstoffkunde. Dennoch schauen alle Beteiligten optimistisch in die Zukunft, denn die Forschung geht weiter: Der SFB 599 "Biomedizintechnik" wurde gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um vier Jahre verlängert.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum
07.12.2016 | Technische Universität Graz

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie