Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die kleinsten Glücksbringer

30.03.2012
Chemiker stellen mikrometergroße "Hufeisen" im Labor her, die zu Materialien mit erstaunlichen optischen Eigenschaften führen

Hufeisen, die in ihren Abmessungen tausendmal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares sind, faszinieren Wissenschaftler am Institut für Chemie der Technischen Universität Chemnitz.

Ziel dieser Arbeiten am Institut für Chemie ist selbstverständlich nicht der Ehrgeiz, die kleinsten Glücksbringer der Welt herzustellen. Handfeste Wissenschaft steht im Vordergrund. "Die winzigen goldenen Hufeisen haben als Bestandteile von sogenannten Metamaterialien ungewöhnliche Eigenschaften.

Beispielsweise können sie bei der Wechselwirkung mit Licht oder anderen elektromagnetischen Wellen zu einem negativen Brechungsindex führen", erläutert Sabine Kaufmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Physikalische Chemie.

Die TU-Wissenschaftler verwendeten zur Herstellung der Mikro-Hufeisen ein neues Prinzip: die Benetzung der Kontaktstellen zwischen dichtgepackten, mikroskopisch kleinen Kugeln. Diese winzigen Kugeln werden durch geschickt durchgeführtes Ausfällen von Kieselsäure gebildet. Die Kontaktstellen zwischen den Kugeln werden mit einer flüssigen Vorstufe für Gold benetzt. Eine anschließende chemische Reaktion wandelt diese in reines Gold um. Danach werden die kleinen Kugeln aufgelöst und es bleiben die mikroskopisch kleinen Hufeisen zurück.

Die Mikro-Hufeisen werden in der Fachwelt nicht einfach nur als eine Kuriosität angesehen, sondern ihre Herstellung und Charakterisierung wurde kürzlich in dem angesehenen Fachzeitschrift "Journal of Material Science" veröffentlicht.

Weitere Informationen erteilt Sabine Kaufmann, Telefon 0371 531-36750, http://www.tu-chemnitz.de/chemie/physchem

Die aktuelle Publikation: Sabine Kaufmann, Herbert Schletter, Daniel Lehmann, Francisc Haidu, Dietrich R.T. Zahn, Michael Hietschold, Werner A. Goedel: Preparation of mesoscopic gold rings and split rings by selective wetting of the contact points between the spheres within colloidal crystals, Journal of Material Science, 2012, 47, 4530-4539, http://dx.doi.org/10.1007/s10853-012-6307-4

Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Das etwa 0,6 Mikrometer kleine Hufeisen entstand am Arbeitsplatz von Sabine Kaufmann am Institut für Chemie der TU Chemnitz. Erst der Blick durch ein Elektronenmikroskop macht es sichtbar. Foto: Katharina Thehos. . Dieses Foto finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder.

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/chemie/physchem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie