Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungscampus caMPlusQ der Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eröffnet

25.05.2012
Die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Saarbrücken zählt mit rund 300 Forschern an der Universität und drei außeruniversitären Forschungsinstituten zu den fünf bundesweit führenden Standorten auf diesem Gebiet.
Im Forschungscampus caMPlusQ wollen sich die Wissenschaftler nun noch stärker vernetzen, um Unternehmen in der Region eine intensive Zusammenarbeit anzubieten.

Im Rahmen von Partnerschaften wollen die Saarbrücker Wissenschaftler mit den Firmen leistungsfähigere Materialien für neue Produkte entwickeln, die dadurch im weltweiten Wettbewerb bessere Chancen haben. Außerdem werden die Forscher Prozessabläufe analysieren, um den Unternehmen dabei zu helfen, effizienter zu produzieren sowie Energie und Rohstoffe einzusparen. Darüber hinaus sollen Kurse zur berufsbegleitenden Qualifizierung und Weiterbildung angeboten werden.

„Weltweit entwickeln Wissenschaftler maßgeschneiderte Werkstoffe und neue Materialien mit faszinierenden Eigenschaften. Wie wir aus einer Studie der Akademie der Technikwissenschaften wissen, sind deutsche Exportgüter zu etwa 70 Prozent besonders deshalb am Weltmarkt erfolgreich, weil sie innovative Werkstoffe nutzen“, sagt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS). Hier setzen die Wissenschaftler des Forschungscampus caMPlusQ an. Sie wollen ihre Kenntnisse über verbesserte Werkstoffe und neue Technologien vor allem international tätigen regionalen Konzernen aber auch mittelständischen Firmen anbieten, die über keine eigenen Entwicklungsabteilungen verfügen.
Diese sollen auch von der gebündelten Kompetenz, der vielfältigen Labortechnik und den äußerst präzisen Analysemethoden der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik auf dem Universitätscampus profitieren. Bisher haben bereits 50 Firmen und Netzwerke den Antrag zum Forschungscampus mit einer schriftlichen Erklärung unterstützt, etwa die Hälfte davon haben ihren Sitz im Saarland, weitere 16 kommen aus dem Bundesgebiet und fünf aus Lothringen und Luxemburg.

„Wir wollen zudem gemeinsam mit den Unternehmen Prozessabläufe analysieren, um beste Qualität zu garantieren und Energie oder auch teure Rohstoffe einzusparen“, erläutert Dirk Bähre, Professor für Fertigungstechnik der Saar-Uni, der gemeinsam mit den Universitätsprofessoren Frank Mücklich und Alexander Baumeister sowie mit Roland Rolles vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) und dem HTW-Professor Bernd Valeske vom Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren den Forschungscampus leiten wird. Bei den bisherigen Forschungsprojekten mit der Industrie habe es sich gezeigt, dass die Unternehmen außerdem einen hohen Bedarf an qualifizierter Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. „Ähnlich wie in der Informationstechnologie ist die Entwicklung in der ebenfalls stark interdisziplinären Werkstofftechnik rasant. Die Ingenieure in den Betrieben müssen sich daher laufend fortbilden, um den Anschluss an neue Technologien und Werkstofflösungen nicht zu verpassen“, erläutert Bähre.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die den Forschungscampus am 25. Mai feierlich eröffnete, zeigte sich darüber erfreut, dass vor allem Unternehmen aus der Großregion davon profitieren werden. „Die Automobilzulieferer und die Stahlindustrie im Saarland unterliegen einem harten weltweiten Wettbewerb. Hier können Innovationen, die mit Hilfe neuer Werkstoffe entstehen, der entscheidende Impuls für neue Aufträge sein“, sagte Kramp-Karrenbauer. Für die Unternehmen biete es außerdem Vorteile, wenn sie in der Region qualifizierte Weiterbildungsangebote systematisch für ihre Mitarbeiter nutzen könnten. „Auf dem Universitätscampus werden in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik Studenten und Doktoranden auf hohem Niveau ausgebildet. Über gemeinsame Projekte im Rahmen des Forschungscampus können Unternehmen diese jungen Fachkräfte frühzeitig auf sich aufmerksam machen und dann möglicherweise langfristig an sich binden“, erläuterte die Ministerpräsidentin.

Im Forschungscampus caMPlusQ haben sich die Professoren für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Saar-Uni mit den außeruniversitären Forschungsinstituten zusammengeschlossen. Dazu zählen das Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM), das Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) und das Steinbeis-Forschungszentrum Material Engineering Center Saarland (MECS). Auch das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) wird sich beteiligen. Der Forschungscampus ist offen für eine Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken und der Materialwissenschaft an der Technischen Universität Kaiserslautern.
Zur Organisation der gemeinsamen Forschung, des Technologietransfers und der Weiterbildung haben die Wissenschaftler drei Steinbeis-Zentren gegründet. „Die Steinbeis-Stiftung ist Dach unseres Verbundes aus rund 900 Zentren weltweit und unterstützt diese durch professionelles Management und ein leistungsfähiges Netzwerk bei Forschung, Technologietransfer und der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Wir sind Partner der Hochschulen und sorgen über unsere Zentren dafür, dass der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen effizient und effektiv in die Anwendung bei den Unternehmen kommt – und dies rechtlich geschützt und unter Wahrung von Geheimhaltung, Haftung und des Know-how-Schutzes, so auch als Teil des caMPlusQ“, erläuterte Professor Michael Auer, Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung, anlässlich der Eröffnung des Forschungscampus.

Die Initiatoren von caMPlusQ haben sich mit diesem Projekt auch bei der Förderinitiative "Forschungscampus" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beworben (http://www.bmbf.de/de/16944.php).

Weitere Informationen: http://www.camplusq.de
Pressefotos unter: http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Alexander Baumeister, Lehrstuhl für BWL, insbesondere Controlling
Tel: 0681 / 302-2110, Mail: a.baumeister@con.uni-saarland.de

Prof. Dr. Dirk Bähre, Lehrstuhl für Fertigungstechnik
Tel. 0681 / 302-3075, Mail: d.baehre@mx.uni-saarland.de

Prof. Dr. Frank Mücklich, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe und Material Engineering Center Saarland (MECS)
Tel. 0681 / 302-70500, Mail: muecke@matsci.uni-sb.de

Dr. Roland Rolles, INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Tel. 0681 / 9300-290, Mail: roland.rolles@inm-gmbh.de

Prof. Dr. Bernd Valeske, Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren und Hochschule für Technik und Wirtschaft

Tel. 0681 / 9302-3989, Mail: bernd.valeske@izfp.fraunhofer.de

Melanie Löw | idw
Weitere Informationen:
http://www.camplusq.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Ventile für winzige Teilchen
23.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Advanced Materials: Glas wie Kunststoff bearbeiten
18.05.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics