Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drosselsysteme aus Polyamid entwickelt

11.04.2002


Drosselklappe aus Ultramid®
Das letzte Glied im Luftansaugtrakt ist nun auch aus Polyamid: die Drosselklappe des Renault E7J-Motors besteht aus Ultramid® von der BASF.

Photo: BASF



Zusammen mit der BASF gelang es dem französischen Automobilhersteller MGI Coutier Drosselsysteme aus Polyamid zu entwickeln.

In modernen Automobilen sind im Laufe der letzten drei Jahrzehnte zahlreiche, ehemals aus Metall bestehende Bauteile durch Kunststoffteile ersetzt worden, nicht nur unter der Motorhaube. Besonders im Luftansaugtrakt hat sich die BASF durch die Entwicklung des Ansaugrohrs aus Kunststoff seit 1972 einen Namen gemacht. Und dazu beigetragen, dass heute fast alle Teile des Luftansaugtrakts aus Kunststoffen - vornehmlich aus Polyamid - gefertigt werden; dazu gehören Luftführungen, Luftfiltergehäuse, Resonatoren, Luftmassenmesser-Gehäuse und natürlich die Ansauganlage. Das fehlende Glied in dieser Kette war bisher die Luftmassensteuerung, das Drosselklappengehäuse.

MGI Coutier, Automobilzulieferer aus Champfromier/Frankreich, hat nun in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren der BASF-Geschäftseinheit Engineering Plastics Europe zwei Drosselklappen aus Ultramid®, dem Polyamid der BASF, entwickelt. Ultramid A3WG6, ein Polyamid 66 mit 30 Prozent Glasfasern, kommt bei Renaults 1,4-Liter-E7J-Motor im Clio, Megane und Kangoo zum Einsatz. Die Polyamid-Variante mit 35 Prozent Glasfaseranteil, das Ultramid A3WG7, wird bei den PSA 1.7/2.0 Liter EW-Motoren von Peugeots 307, 406, 607 , in den Citroëns Xantia / Xsara und im neuen C5 verwendet. In beiden Fällen handelt es sich um einen mechanischen Drosselklappensteller. MGI Coutier S.A. ist als Tier-One-Supplier Direktlieferant von Renault, PSA, Ford, VW, GM und Fiat.

Ultramid ist beständig gegenüber mechanischen Belastungen ebenso wie gegenüber den im Motorraum üblichen Betriebsmitteln. Das anspruchsvolle Design des Hybridbauteils stellt außerdem sicher, dass die hohen Anforderungen an die Leckluftrate erfüllt werden: Der spezifizierte Temperaturbereich geht von -40 bis +140 Grad Celsius.

Die besonderen Vorteile des Kunststoffbauteils im Vergleich zu seinem Vorgänger aus Aluminium sind Gewichtsreduzierung, Kosteneinsparung und höhere Gestaltungsfreiheit. Durch das geringere Gewicht verringern sich die Massenkräfte und das Vibrationsverhalten wird verbessert. Gegenüber der Aluminiumausführung werden bis zu 50 Prozent Gewicht eingespart. Da ehemals separate Gehäuseteile in das Bauteil integriert werden, reduzieren sich Montageaufwand und Herstellkosten. Und schließlich kann der Designer aus Kunststoff komplexere Formen entwickeln als aus Metall. Bei der Drosselklappe führt das zu einem erheblich flexibleren Regelverhalten.

Darüber hinaus ergibt sich durch die Verwendung des Standardkunststoffs Polyamid im Drosselsystem Potential für zukünftige Entwicklungen: Das Bauteil wird sich direkt in das - ebenfalls aus Polyamid bestehende - Luftansaugmodul integrieren lassen.

Dr. Sabine Philipp | Pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: BASF Bauteil Drosselsystem Kunststoff MGI Polyamid Ultramid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie