Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Pinzette als Technologieträger - "Schalterloser Schalter" - neue Werkstoff-Kombinationen machen es möglich

23.11.2006
Bayer MaterialScience eröffnet innovative Wege für Elektronik-Anwendungen

Lässt sich ein schnöder Alltagsgegenstand wie eine Pinzette noch entscheidend verbessern? Schließlich ist sie absolut simpel gebaut und funktioniert seit Menschengedenken zuverlässig. - "Ein entschiedenes ,Ja'", betont Ralph Schneider und greift nach einem stromlinienförmigen Gegenstand aus Kunststoff mit schwarzem Kopf und zwei transparenten Armen. Wie von Zauberhand leuchten die Greifer auf, leiten das Licht zu den beiden Spitzen und erhellen einen kleinen Punkt auf der Tischplatte. Im entscheidenden Moment das Spotlight für einen zu ziehenden Stachel...

"Dieses kleine Ding hat das Zeug, dem Elektronikmarkt ganz neue Impulse zu geben", erklärt Ralph Schneider. Die unter seiner Federführung entwickelte Pinzette ist ein Technologieträger, in dem eine neuartige und völlig unsichtbare Schaltertechnik steckt. Der ehemalige Maschinenbau-Student ist heute mittendrin, statt nur dabei. Was als Diplomarbeit bei der Bayer MaterialScience AG vor einigen Monaten begann, mündete nach kurzer Zeit in einer Festanstellung im Creative Center eines der größten Kunststoffproduzenten der Welt.

Hightech in Hummerscheren-Form: Die Innovation namens "EXTRACT" verbindet mechanische Eigenschaften von Chemiewerkstoffen - die gleichzeitig Licht oder Strom leiten - und Elektronik. Sie steht damit für einen Technologiezweig, der in der Industrie immer mehr Bedeutung erlangt. Fachleute nennen ihn "Mechoptronik", also das Zusammenspiel von Mechanik, Optik und Elektronik.

Eckard Foltin, Leiter des Creative Centers, bringt es auf den Punkt: "Unser Ziel ist es, Ideen unserer Kunden durch kreative Lösungen Wirklichkeit werden zu lassen. Wir nennen das 'VisionWorks'. In der Pinzette haben wir Werkstoffe in nie da gewesener Form kombiniert. Dadurch übertragen wir ihnen neben bekannten konstruktiven nun auch Licht leitende und später Daten übertragende Funktionen. Damit ist der Weg für unzählige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Autoindustrie, geebnet."

Kernstück der Pinzette ist das "SmartSwitchSystem". Es lässt das Licht bei Berührung durch die nahezu glasklaren Ärmchen fluten - völlig ohne Knopf und Drähte. Der "schalterlose Schalter" besteht aus dem transparenten Polycarbonat Makrolon®. Der Kunststoff ist mit einem neuartigen Polyurethanlack beschichtet, den Bayer MaterialScience gemeinsam mit der Partnerfirma KRD Coatings GmbH entwickelt hat. Er ist abriebfest, chemisch sehr stabil und elastisch. Sein wichtigstes Merkmal: die elektrische Leitfähigkeit. Durch Berührung der Ärmchen schließt sich der Stromkreis und das Licht geht an. Batterie, LEDs und andere elektronische Bausteine sind im Kopf der Pinzette untergebracht. Dieser ist aus dem thermoplastischen Polyurethan Desmopan® gefertigt, das die empfindlichen elektrischen Komponenten im Inneren vor mechanischer Belastung, Staub oder Spritzwasser schützt.

Das Ergebnis aus der interdisziplinären Zusammenarbeit von Materialexperten, Ingenieuren, Betriebswirtschaftlern und externen Spezialisten der Düsseldorfer Innovationsagentur "marktunddesign.com" lässt nicht nur die Herzen von Technik-Freaks höher schlagen. Die organisch fließende Form spricht diejenigen an, die einen Blick für schöne Dinge haben. Und auch der Tastsinn kommt auf seine Kosten: Angenehm glatt und anschmiegsam liegt "EXTRACT" in der Hand. Beide Sinne verschmelzen in dem magischen Moment, wenn die leichteste Berührung das Greifwerkzeug zum Erstrahlen bringt und den "schnöden Gegenstand" für einen Augenblick dem Alltag entzieht ...

Mit einem Umsatz von 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 gehört die Bayer MaterialScience AG zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von High-Tech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 40 Standorten rund um den Globus und beschäftigt etwa 18.800 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.

Hotline für Leseranfragen: Fax: (0221) 9902-160

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Gerhard-Johannes Dressen | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bayerbms.de
http://www.fakten.bayerbms.de

Weitere Berichte zu: Berührung Creative Pinzette Technologieträger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie