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Mountainbike im Härtetest

26.07.2006
Die Materialien werden immer leichter, zugleich werden die Einsatzgebiete immer extremer: Wer sich heute ein Mountainbike der gehobenen Preisklasse kauft, der erwartet Sicherheit und Komfort. Natürlich wird kein Fahrrad ohne vorherige Belastungstests und Sicherheitschecks auf den Markt gebracht.

Trotzdem: das reicht nicht, ist das Urteil der Ingenieure vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt.

Messungen müssen unter echten Bedingungen erfolgen, nur dann erfährt man, wie der Fahrer das Material tatsächlich belastet. Welche Belastungen entstehen bei einer Alpenüberquerung? Das Fraunhofer LBF entwickelte in Zusammenarbeit mit Rotwild, einem Hersteller von Mountainbikes ein mit über 30 Sensoren bestücktes Messrad. Dieses misst die Kräfte, Drehmomente und die Beschleunigung, die auf das Bike tatsächlich einwirken. Ein Chip zeichnet alle Daten auf. Diese liefern die Basis für die Last- und Beanspruchungsanalyse. So können die Ingenieure exakt ablesen, wie das Fahrrad eingesetzt wurde, wann es etwa steinigen Abfahrten oder mühevollen Anstiegen ausgesetzt war.

Fahrradhersteller können dann zum Beispiel ihre Tests an die Ergebnisse anpassen. Konstruktion und Geometrie können optimiert, sowie neue Leichtbaukonzepte entwickelt und neue Materialien realitätsnah getestet werden. Auch möglichen Schwachstellen kommt man so gezielt auf die Spur. In den Genuss dieser Forschung kommen aber nicht nur Käufer von Luxusbikes. Projektleiter Michael Kieninger vom Fraunhofer LBF: „Das ist wie bei der Formel eins: erst wird es für Rennwagen erfunden und dann findet es den Weg in die Massenproduktion. So ist das auch mit unseren Messungen.“

Anke Zeidler-Finsel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.lbf.fraunhofer.de/presse_aktuell

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