Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leichtgewichtige Materialien mit hoher Schutzwirkung

15.07.2005


Die Bayer MaterialScience AG hat spezielle Polymer-Werkstoffe entwickelt, die eine effiziente Abschirmung gegen kosmische Strahlung bieten. Dabei handelt es sich um eine komplexe Mischung aus verschiedenen Strahlenarten, die von Sternen – auch von der Sonne – erzeugt wird und durch das Weltall zur Erde gelangt. Ein Großteil der auf die Erde eintreffenden Strahlung wird von ihrem eigenen Magnetfeld abgelenkt. Außerhalb des Einflussbereichs des Erdmagnetfelds steigt die Strahlungsintensität merklich an und kann dort eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben, aber auch Fehlfunktionen in elektronischen Systemen verursachen. Aus diesem Grund werden Raumkapseln und Flugzeuge bisher wirkungsvoll mit Aluminium abgeschirmt. So liegt die jährliche Dosisleistung, der zum Beispiel das Flugpersonal in der Zivilluftfahrt ausgesetzt ist, deutlich unter dem von der Internationalen Kommission für Strahlenschutz, ICRP, festgelegten Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Arbeitskräfte. „Unsere Polymere haben jedoch den Vorteil, dass sie bei gleicher Abschirmleistung eine Gewichtsersparnis von bis zu 30 Prozent gegenüber Aluminium bieten können“, sagt Dr. Heinz Pudleiner, der das Projekt bei Bayer MaterialScience betreut.




Zur quantitativen Bestimmung der Abschirmwirkung kam ein unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Vana am Atominstitut der Österreichischen Universitäten an der TU Wien entwickeltes, weltweit einzigartiges Messverfahren zum Einsatz, mit dem sich die Strahlendosis und ihre biologische Relevanz vor und hinter den Proben messen lässt. „Aus den Messergebnissen können wir die Abschirmwirkung von Werkstoffen für biologische und elektronische Systeme zuverlässig beurteilen“, sagt Dr. Michael Hajek, Projektmitarbeiter am Atominstitut. Darüber hinaus können die Forscher die kosmische Strahlung bei Experimenten auf der Erde bereits ziemlich realitätsnah simulieren. Diese Möglichkeit stellt eine wichtige Alternative zur Prüfung der Werkstoffe bei unbemannten Raumflügen dar.



„Wenn sich die Ergebnisse weiterhin so positiv entwickeln, könnten die neuen Polymer-Werkstoffe eines Tages in Flugzeugen und Raumkapseln eingesetzt werden und auf leichtgewichtige Weise die Sicherheit von Flugzeugbesatzungen und Weltraumfahrern gegen kosmische Strahlung gewährleisten“, sagt Dr. Harald Pielartzik, im Bereich New Business von Bayer MaterialScience verantwortlich für Kontakte zu Hochschulen und Instituten. Besondere Bedeutung hat ein solcher Schutz bei einer möglichen bemannten Mission zum Mars, denn während der langen Reise durch den luftleeren Raum würde die Raumkapsel einer besonders großen Strahlendosis ausgesetzt.

Dr. Frank Rothbarth | NeMa
Weitere Informationen:
http://www.bayermaterialscience.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie