Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Materialien für extreme Belastungen

03.12.2004


EU-Entwicklungsprogramm unter Führung des IPP / 38 Partner aus Industrie und Forschung


Nach fast drei Jahren Vorbereitungszeit konnte am 1. Dezember 2004 das Forschungsprogramm "Materialien für extreme Belastungen" (ExtreMat) beginnen, ein "Integriertes Projekt" der Europäischen Union, das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) in Garching von einem europäischen Forschungs- und Industriekonsortium realisiert wird. Ziel ist die Entwicklung neuer Materialien, die extremen Belastungen gewachsen sind. Die innovativen Höchstleistungsmaterialien - zum Beispiel Werkstoffe, mit denen extreme Wärmeflüsse abgeführt werden können, oder ultradünne Schutzschichten, die auch bei hohen Temperaturen für schädigende Stoffe undurchlässig bleiben - sollen neue Anwendungsbereiche in Energietechnik, Elektronik und Raumfahrt erschließen. Die Auftaktveranstaltung wird am 13. Dezember 2004 im IPP in Garching stattfinden.

An dem Projekt "ExtreMat" sind 38 Partner* aus ganz Europa beteiligt, die alle Arbeitsfelder von der Grundlagen- über die anwendungsnahe Forschung bis hin zur industriellen Entwicklung abdecken. Koordiniert wird "ExtreMat" von Professor Dr. Harald Bolt, Leiter des Bereichs Materialforschung im IPP, der das Projekt und das zugehörige Forschungs- und Industriekonsortium initiiert und erfolgreich durch die europäischen Evaluationsverfahren geführt hat. "Mit ExtreMat werden erstmals auf breiter Basis Expertise, Anlagen und Kräfte zusammenführt und vernetzt, die zuvor auf Einzelanwendungen zerstreut waren", erläutert Professor Bolt: "So sollten Lösungen möglich werden, die ohne diese integrierte Arbeit nicht erreichbar sind. Insbesondere wollen wir nicht nur neue Materialien entwickeln, sondern auch ihre industrielle Anwendbarkeit sicherstellen".


Dazu gehören Werkstoffe, die hohe Wärmeflüsse abführen können - zum Beispiel für kompakte Höchstleistungshalbleiter oder für Wärmetauscher in Kraftwerken. Ebenso sollen strahlungsresistente Materialien für die Energietechnik entwickelt werden sowie neuartige Beschichtungen, wie sie zum Schutz von Hochleistungsturbinen vor der zerstörenden Wirkung heißer Brenngase, in der Fusionsforschung zum Schutz des Plasmagefäßes vor dem heißen Plasma, in der chemischen Industrie und für die Raumfahrt benötigt werden. Professor Bolt: "Da wir uns in Garching der Entwicklung der Fusionsenergie als umweltschonender Energiequelle der Zukunft widmen und dafür auch die notwendigen Materialien entwickeln, ist das Projekt für unser Institut von großer Bedeutung".

Das über fünf Jahre in einem straffen Organisationsrahmen laufende Projekt hat ein Kostenvolumen von rund 35 Mio. Euro, wovon 17,4 Mio. Euro von der EU übernommen werden. Als "Integriertes Projekt" ist es eines der neuen Förderelemente des laufenden 6. Europäischen Forschungsrahmenprogramms, mit denen die EU die Zusammenarbeit von Spitzenforschung und Industrie unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas erhöhen will.

* Die 38 ExtreMat-Projektpartner sind:

Forschungszentren: Max-Planck-Institut für Plasmaphysik/D, ARC Seibersdorf/Ö, CEA/F, Demokritos/GR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt/D, Forschungszentrum Jülich/D, Joint Research Centre/EU/NL, Nuclear Research & Consultancy Group/NL, Paul Scherrer-Institut/CH, UKAEA Culham Division/GB, Centro de Estudios e Investigaciones Técnicas de Gipuzkoa/SP, Swiss Federal Laboratories for Materials Research and Testing/CH, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung/D, IMSAS/SK, Fundacion INASMET/SP, INCAR/SP, IPP Prague/CZ Universitäten: Lausanne, Turin, Wien, Alicante, Oxford, Warschau Industrie: Ansaldo /I, Archer Technicoat/GB, Empresarios Agrupados/SP, EADS/D, Nuove Tecnologie e servizi avanzati/I, Framatome/F/D, MAN Technology /D, Materials Engineering Research Laboratory/GB, National Nuclear Corporation/GB, Plansee/Ö, Siemens/D, SGL/D, (Bayern Innovativ, RAMS-CON) sowie 22 industrielle Mitglieder, die sich dem Projekt später anschließen wollen.

Isabella Milch | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de

Weitere Berichte zu: Energietechnik Garching IPP Luft- und Raumfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen
27.06.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau