Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stuhl mit gutem Sitz

27.01.2003


Das Kreuz mit dem Kreuz ist oft eine Frage des richtigen Sitzens. Für eine Stuhlserie, die speziell für den Einsatz in der Industrie gedacht ist, wurden ergonomische Richtlinien entwickelt. Nun passt sich das Sitzmöbel den körperlichen Gegebenheiten an - und nicht umgekehrt.


© Interstuhl GmbH - Ergonomische Unterstützung bietet der Sintec-Stuhl selbst an extremen Arbeitsplätzen.



Ein Achtstundentag kann quälend lang werden - besonders dann, wenn das Dauersitzen regelmäßig Rückenschmerzen bereitet. Wer sein Arbeitsleben in Büro, Fabrik oder Labor auf einem alten Schemel statt auf einem ergonomischen Arbeitsstuhl verbringt, hat es bald im Kreuz: Laut Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) geht rund ein Drittel der Ausfallzeiten auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurück. Schon mit einem Stuhl, der dem Arbeitsplatz entspricht, lassen sich Krankheitstage reduzieren und Kosten sparen.



"Es ist abenteuerlich, mit welchen Basteleien sich die Leute vor Ort behelfen, um ein bequemes Sitzen zu erreichen", weiß Dietmar Kempf vom Bereich Human Engineering am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart. Das Institut unterstützte die Firma Interstuhl, die seit 40 Jahren Industriearbeitsstühle der Marke bimos produziert. Kempf und seine Kollegen untersuchten zunächst in verschiedenen Produktionsbereichen und Laboren das Arbeitsumfeld, unter anderem per Videoanalyse: Welche Bewegungsabläufe sind typisch für den Arbeiter im Produktionsprozess? Wie muss die Angestellte im Labor vom Stuhl unterstützt werden, wenn sie sich über das Mikroskop beugt? Und wie sind Beschäftigte mit unterschiedlichen Körpermaßen ergonomisch unter einen Hut zu bringen? "Weiterhin haben wir die Beschäftigten nach ihren individuellen Bedürfnissen und Anforderungen befragt, die sie an einen Arbeitstuhl stellen", erklärt Kempf. Die Ergebnisse aller Untersuchungen mündeten in ergonomische Richtlinien, die Interstuhl bei der technischen Entwicklung seiner Sintec-Reihe als Grundlage dienten. Vor drei Monaten wurde die neue Produktlinie mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Mit herkömmlichen Sitzmöbeln im Büro haben die Arbeitsstühle für Industrie oder Labor wenig gemein, denn die Anforderungen sind hier höher: Während ein Bürostuhl etwa acht Stunden am Tag benutzt wird, muss ein Arbeitsstuhl oft einen Dreischichtbetrieb verkraften. Außerdem wird er meist an verschiedenen Arbeitsplätzen eingesetzt und muss für optimalen Sitz deshalb über vielfältigere Einstellmöglichkeiten verfügen. Um den Stuhl leichter reinigen zu können, schlugen die IAO-Forscher eine einfache Lösung vor: abnehmbare Sitz- und Rückenpolster, die bei starker Verschmutzung ausgewechselt werden. "Ein guter Stuhl kann für Arbeitgeber eine langfristige Investition sein, die sich auszahlt", resümiert bimos-Vertriebsleiter Hans-Dieter Kaping. "Denn wer gut sitzt, arbeitet motivierter."

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Dietmar Kempf
Telefon 07 11 / 9 70-21 09
Fax 07 11 / 9 70-22 99

Isolde Rötzer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.bimos.de/
http://www.iao.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Arbeitsstuhl Interstuhl Labor Richtlinie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen