Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kennwertdatenbank für naturfaserverstärkte Werkstoffe - Konstruktion mit Naturfasern leicht gemacht!

11.07.2002


Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) will Naturfasern den Weg in hochwertige faserverstärkte Kunststoffe ebnen. Dazu unterstützt sie ein Projekt unter Federführung der RWTH Aachen zur Erarbeitung einer Datenbank, die sämtliche für die Bauteilauslegung notwendigen Informationen bereitstellt. Neben den Fasern selbst und ihren Eigenschaften sollen nicht nur herkömmliche Kunststoff-Matrizes, sondern auch solche aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen aufgeführt werden.


Schon seit einigen Jahren stellt die Industrie faserverstärkte Werkstoffe nicht nur mit synthetischen, sondern auch mit Naturfasern her. Da über ihre physikalisch-chemischen oder mechanischen Eigenschaften jedoch nur wenig bekannt ist, finden Flachs oder Hanf bisher nur in gering beanspruchten Bauteilen Verwendung. Verkleidungsteile von Pkws zählen zu den klassischen Anwendungen.

Dabei können naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK) weitaus höheren Belastungen standhalten. Aber relevante Kennwerte für die Konstruktion mit NFK stehen bisher nicht standardisiert zur Verfügung. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), der für diesen Bereich zuständige Projektträger des Bundesverbraucherschutzministeriums, hat das Problem erkannt. Seit Mai unterstützt sie eine Arbeitsgemeinschaft um das Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen bei der Erarbeitung einer Kennwertdatenbank. Die Aachener haben sich die M-Base Engineering + Software GmbH, das Nova Institut für politische und ökologische Innovation GmbH und das Faserinstitut Bremen e.V. mit ins Boot geholt.


Nicht nur die Naturfasern selbst und die Datenbankstruktur spielen bei den ersten Arbeiten eine Rolle. Zugleich geht es darum abzuwägen, welche Kennwerte überhaupt erfasst werden müssen. Prüfnormen herkömmlicher faserverstärkter Kunststoffe sollen hierbei wichtige Orientierungshilfe geben. Denn Ziel ist es, Konstrukteuren und Verarbeitern alle Kennwerte zur Dimensionierung und Simulation bei der Produktentwicklung zur Verfügung zu stellen.

Der modulare Aufbau macht den besonderen Nutzen der Datenbank aus. Naturfasern und Matrizes werden in ihren Eigenschaften nicht nur aufgelistet, sondern auch auf Kombinationsmöglichkeiten analysiert. Die prinzipielle Verarbeitbarkeit verschiedener Kombinationen aus Polymer und Naturfaser lässt sich also direkt ablesen. Ebenso unverzichtbar wie die Adressen der jeweiligen Hersteller und Lieferanten sind auch konkrete Angaben zu bereits realisierten Bauteilen und ihren Konstrukteuren. Marktdaten und deren Analyse schließlich runden das Angebot ab.

Internetbasierte Technologien sorgen nicht nur dafür, dass ständige Aktualisierungen möglich sind, sondern auch, dass die Datenbank für jeden Interessenten nutzbar ist. Alles in allem also ein recht komfortables Angebot für alle Hersteller und Verarbeiter faserverstärkter Werkstoffe, aber auch für Faserlieferanten und Compoundierer. Im April 2004 soll die Datenbank in Betrieb gehen und dafür sorgen, dass die Verwendung von naturfaserverstärkten Werkstoffen deutlich vorangetrieben wird. Anfragen zum aktuellen Stand der Arbeiten beantwortet Dr. Dahlmann vom Institut für Kunststoffverarbeitung unter

dahlmann@ikv.rwthaachen.de

Dr. Torsten Gabriel | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon
21.02.2018 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

nachricht Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?
20.02.2018 | Hohenstein Institute

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics