Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Augsburger Startup entwickelt Korrosionssonden für Großfeuerungsanlagen

12.11.2008
High-Tech Gründerfonds und Seedfonds Bayern finanzieren die Augsburger Corrmoran GmbH.

Um der Corrmoran GmbH, einer Ausgründung der Universität Augsburg, die auf die Analyse des Korrosionsangriffs in Müllverbrennungsanlagen spezialisiert ist, den Start auf dem Markt zu erleichtern, beteiligen sich der High-Tech Gründerfonds und der Seedfonds Bayern an den in größerem Umfang erforderlichen Anfangsinvestitionen.

"Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung und betrachten Sie zugleich als Vertrauensbeweis für die Erfolgsperspektiven und die Zukunftsfähigkeit unseres Produkts", so der Corrmoran-Geschäftsführer Dr. D. Schrupp-Heidelberger.

Die Korrosion von Wärmetauschern ist einer der Hauptgründe für den begrenzten energetischen Wirkungsgrad und für hohe Wartungskosten von Großfeuerungsanlagen, speziell von Müllverbrennungsanlagen. "Die von Corrmoran entwickelte Korrosionssonde verspricht einen hohen Mehrwert und eine deutliche Kostenreduktion für die Betreiber von Großfeuerungsanlagen, und wir sind überzeugt, dass das kompetente Managementteam diese Technologie erfolgreich in den Markt bringen kann", so Andreas Quauke, Analyst beim High-Tech Gründerfonds.

Die Wissenschaftler am Augsburger Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg, die nun den Kern der Firma Corrmoran bilden, haben den Prototyp für eine stabförmige Sonde entwickelt, die es ermöglicht, den Korrosionsangriff in der Anlage bei laufendem Betrieb online zu verfolgen. Sie liefert wichtige Erkenntnisse über die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und diesem Korrosionsangriff, aus denen sich hinsichtlich des Wirkungsgrads und der Wartungskosten wertvolle Informationen für Anlagenbauer und -betreiber ableiten lassen.

Die Sonde ist das Ergebnis eines mittlerweile abgeschlossenen AMU-Projekts zur Charakterisierung und Analyse der Beläge und des Korrosionsangriffs an Wärmetauschern in Müllverwertungsanlagen, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz im Rahmen der EU-Strukturförderung für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert worden war.

"Unser Konzept stieß in Fachkreisen frühzeitig auf großes Interesse, nachdem die Korrosion nach wie vor eines der belastendsten Probleme ist, mit denen Müllverbrennungsanlagen sowohl unter dem Aspekt der Energieeffizienz als auch mit Blick auf den Wartungsaufwand konfrontiert sind", berichtet Prof. Dr. Ferdinand Haider. Er ist wissenschaftlicher Beirat der Corrmoran GmbH. Der Name der Firma steht für "CORRosion MOnitoring and ANalysis". Sie wurde als SpinOff der Universität Augsburg im April 2008 gegründet, um den am AMU als Forschungssonde konzipierten Prototypen weiterzuentwickeln und eine industriell anwendungsfähige Version anbieten zu können. "Ausschlaggebend für diesen Schritt waren die häufigen Nachfragen von Anlagenbauern und -betreibern nach Korrosionsmessungen, die uns das Marktpotenzial der Sonde sehr deutlich gemacht haben", so Schrupp-Heidelberger, der die Firma gemeinsam mit Dr. B. Waldmann und B. Stöcker gegründet hat.

Mittlerweile wird die Corrmoran-Sonde in einer Reihe von Anlagen nicht nur in Deutschland sondern auch im europäischen Ausland erfolgreich eingesetzt. "Bislang bieten wir Unternehmen aus dem Bereich der Abfallverbrennung Messungen mit unserer Sonde als Dienstleistung an, ab 2010 werden wir die Sonde auch als käufliches Produkt vertreiben", kündigt Frau Dr. Barbara Waldmann, CMO der Corrmoran GmbH, an und meint: "So oder so helfen wir unseren Kunden, den Betrieb ihrer Anlagen sicherer und energieeffizienter zu machen."

Die Gründung der Firma und die Weiterentwicklung der Forschungssonde zur Anwendungsreife wurden durch das EXIST-Gründerstipendium ermöglicht. Der Übergang vom theoretischen Geschäftsplan zur realen Gründung konnte durch die Unterstützung der Universität Augsburg erreicht werden, die Räume und Infrastruktur bereitgestellt hat. "Ganz wichtig für uns war aber auch die wissenschaftliche Beratung insbesondere durch die Professoren Ferdinand Haider und Siegfried Horn von den Lehrstühlen für Experimentalphysik I und II", betont Schrupp-Heidelberger und meint weiter:

"Ohne die kompetente Beratung der Firma Enthart Consulting in den Fragen der Finanzierung, Unternehmensführung und bei der Erstellung eines Businessplans, wäre die am Anfang gesetzten Ziele wohl kaum zu erreichen gewesen".

Ausschlaggebend für den nächsten Schritt, den erfolgreichen Markteintritt des Unternehmens, hält der Corrmoran-Geschäftsführer den jetzt vollzogenen Einstieg des High-Tech Gründerfonds und des Seedfonds Bayern: "Um die zahlreichen Kundennachfragen bedienen zu können, sind größere anfängliche Investitionen notwendig. Mit dem High-Tech Gründerfonds und dem Seedfonds Bayern haben wir zwei starke Partner gewinnen können, deren Unterstützung es ermöglicht, jetzt den Markteintritt und den Ausbau der Firma schnellstmöglich zu vollziehen." "Es freut uns, dass wir mit Corrmoran wieder zur Gründung eines erfolgversprechenden, bayerischen Start-Up-Unternehmens aus dem High-Tech-Bereich und damit zur Schaffung von qualifizierten, nachhaltigen Arbeitsplätzen im Raum Augsburg beitragen konnten" so Brigitte Linseis, Beteiligungsmanagerin bei Bayern Kapital.

Kontakt:

Corrmoran GmbH
Sommerstr. 6
86179 Augsburg
Tel.: +49 821 598 3589
Fax: +49 821 598 3599
E-Mail: info@corrmoran.de
http://www.corrmoran.com
Anhang I: Der High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die viel versprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung von bis zu 500.000 Euro sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines "proof of concepts" oder zur Markteinführung führen. Der High-Tech Gründerfonds verfügt über ein Fondsvolumen von rund 272 Mio. Euro. Investoren der Public-private Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die sechs Industriekonzerne BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss.

Kontakt:

High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
Tel: +49 228 - 965685-00
Fax: +49 228 - 965685-50
E-Mail: info@high-tech-gruenderfonds.de
Anhang II: Der Seedfonds Bayern
Der Seedfonds Bayern besteht seit 2003, ist mit insgesamt 22 Mio. Euro für die Finanzierung von neu gegründeten technologieorientierten Unternehmen in Bayern ausgestattet und steht als regionaler Ansprechpartner zur Verfügung. Er wird von Bayern Kapital gemanagt, die 1995 auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen der "Offensive Zukunft Bayern" errichtet wurde, um insbesondere junge innovative bayerische Unternehmen mit Beteiligungskapital auszustatten. Bisher hat Bayern Kapital rund 138 Mio. Euro in mehr als 170 innovative High-Tech-Unternehmen investiert. Bayern Kapital betreut derzeit insgesamt fünf Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rd. 190 Mio. Euro.

Kontakt:

Bayern Kapital GmbH
Ländgasse 135 a
84028 Landshut
Tel: +49 871 92325-0
Fax: +49 871 92325-55
E-Mail: info@bayernkapital.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayernkapital.de
http://www.high-tech-gruenderfonds.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen
19.10.2017 | Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science

nachricht Was winzige Strukturen über Materialeigenschaften verraten
19.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise